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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Niederland

Niederlande, 5.5. – 12.5.2012

 

Nachdem schon am gestrigen Abend der Wagen beladen wurde und auch die Maier-Fahrräder fest auf dem Gestell befestigt waren, fuhren wir pünktlich um 4 Uhr aus Zehdenick ab. Die Eisenhüttenstädter taten das ebenfalls. Wir hatten ja in der vergangenen Woche schönes, warmes Vorsommerwetter, nun fuhren wir bei lausiger Kälte zum Fahrradfahren. In Deutschland regnete es heftig. Das tat es in den Niederlanden dann nicht mehr, doch die Temperaturen lagen bei kuschligen 9°C!

Unser Schiff, die Anna-Maria-Agnes, nahm unser Gepäck auf und wir fuhren das Auto auf einen externen Parkplatz, zusammen mit Sigrid und Werner, die absolut zeitgleich, nur von der anderen Seite, ankamen. Dann 1,5 Std. Grachtenfahrt, gut war, dass der Kahn ein geschlossenes Dach hatte! Wir bewunderten wieder einmal die schönen Bürgerhäuser an den Grachten. Aber es fiel unangenehm auf, dass der Unrat auf den Straßen und in den Kanälen schon ganz schön zum Himmel schrie! Um 14.30 bezogen wir dann unsere Zimmer, die eindeutig mehr Platz boten als auf der Donaufahrt. Speiseraum und Salon sind sehr großzügig bemessen. Ich denke, bei schlechtem Wetter ist man hier gut aufgehoben.

Getränke werden mit Jetons, die man sich vorher eintauscht, bezahlt. Und zur Begrüßung sind heute Kaffee und Tee frei, Bier leider nicht.

Na ja, dann gab es die Einweisung. Dann nahm das Schiff Fahrt auf, denn außer Plan musste ein Reparaturstützpunkt angefahren werden. Hier soll gleich Morgen ein neuer 2. Motor eingebaut werden. Der war ihnen auf der letzten Fahrt abhandengekommen! Während der Fahrt gab es dann das Abendessen, gute Hausmannskost. Nun liegen wir im Industrieviertel, es ist ruhig und schlafen werden wir gut!

 

Hier in den Niederlanden wird nach einem „Knotensystem“ geradelt. D.h., man fährt nicht von Ort zu Ort sondern von Knotenpunkt zu Knotenpunkt. Diese Knoten werden am Vorabend ausgegeben und so wissen wir, dass heute 53 Km zu radeln sind. Dabei durchfahren wir die Kennemer Duinen, Zandvoort und Haarlem. Es ist bewölkt aber trocken und so holen wir guten Mutes unsere Räder von Deck! 7°C! Nach den ersten Metern sind die freiliegenden Finger (Radfahrerhandschuhe, wie es sich gehört!) eiskalt! Es wird in 2 Gruppen gefahren mit Guide. Aber wenn man erst mal das niederländische System der Fahrradausschilderung begriffen hat, geht es ganz leicht. Selbst unsere Freundin Sigrid, sonst nicht gerade mit Orientierungssinn ausgestattet, sammelte mehrere Pluspunkte!  Als wir dann nach 3 Km an der Fähre waren fehlten Uda u. Bernd!! Sie kamen auch nicht und wir sahen sie erst am späten Nachmittag auf dem Schiff wieder.

Die Kennemer Dünenlandschaft ist beeindruckend, der enorm breite Strand ebenso. Was wir noch nirgendwo gesehen hatten, am Kilometerlangen Strand standen in 2-er Reihe, eng bei einander, private Bungalows. Die Aussicht ist natürlich Klasse, der Weg zum Wasser nicht weit und ich denke, bei starken Sturm auch Herzklopfen kostenlos. Das Wetter hatte sich gewendet, Sonne schien und auch der Wind war nicht mehr so kalt. Über Zandvoort und Heemstede nach Harlem. Leider war vor der Kirche ein Kirmesrummel aufgebaut und so recht laut. Aber die Stadt ist sehr schön, wunderbare Bürgerhäuser, getrennt durch enge Gassen und den Fluss Spaarme.

Eins fiel mir auf, ich denke, jeder Niederländer besitzt ein oder mehrere Fahrräder, ein Boot, jede Familie ein Auto und jede zweite einen Hund. Aber sehr schön sind die geparkten Räder in den Städten auch nicht, zumal etliche Fahrräder schon seit Jahren mit Ketten angeschlossen sind und nicht mehr zum Fahren taugen! Angeblich wird alle 3 Monate eine Säuberungsaktion in den Städten durchgeführt um die alten, verrosteten Schinken zu entfernen.

Auf dem Schiff stellte sich dann heraus, Uda hatte irgendwo ihre Brille verloren. Das Einsammeln dauerte und der Trupp war weg, zumal sie vergaß, die Ampel zu drücken!

Die  Gesichtshaut brennt! Das Bier schmeckt und gleich gibt es Abendbrot.

Da wir heute mit dem Boot in einem anderen Stadtteil von Amsterdam nächtigen, in Zaandam, machen wir noch einen Verdauungsspaziergang ins Zentrum. Hier wird zwar noch viel gebaut, doch ein ganz verrücktes Hotel mit Umgebung ist fertig. Fassadenmäßig sind hier viele Häuser übereinander gebaut. Dann noch einen Absacker zu Sechst auf den Betten in unserer Kabine.

Der nächste Tag wieder bedeckt, windig und kalt!! Aber das hält ja richtige Radler nicht ab und so fuhren wir diesmal nur als kleine Gruppe los. Wir haben viel gesehen, Stadt und flaches Land. Besonders begeistert hat uns das flache Land mit seinen Flüssen, Kanälen und gepflegten Gräben. Wir waren u.a. im Naherholungszentrum der Amsterdammer in Twiske. Erstaunlich auch häufig die unterschiedliche Höhe der fließenden Gewässer und das dicht beieinander.  Unzählige Brücken überquert und auch manchmal etwas verfahren. Nach 50 Km waren wir dann wieder auf dem Schiff. Sigrid, Werner, Doris und Bernd sind dann noch mal in die Innenstadt und da natürlich in das Rotlichtviertel. So ganz viel Neues haben wir nicht gesehen, trotzdem war es interssant.

      

 

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