Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Pünktlich startete die Fähre zu ihrer 5.40 stündigen Fahrt in dickstem Nebel! Aber nach einer Stunde konnte man schon vieles erkennen und pünktlich zur Vorbeifahrt am Columbia Gletscher schien die Sonne. Der Gletscher wird von der Fähre allerdings nur in respektvoller Entfernung passiert. So soll erreicht werden, dass die Touris die eigentlichen Gletschertouren buchen! Der Columbia ist einer der Schnellsten, mit 35 m am Tag schiebt er sich ins Meer und entsprechend sind auch die Abbrüche. Die Fahrt mit der Fähre erinnert stark an Norwegen. Der Klecks „Whittier“ liegt wunderschön, von Bergen umgeben und lange Zeit nur über die See zu erreichen. Dann wurde von der Armee ein Tunnel gebohrt, etwa 4 km lang, mit Schienen und alle Waren wurden darauf verladen. Heute fahren im Wechsel auch Autos durch, so auch wir. Allerdings gibt es nur eine Spur. Wenn man den roh behauenen Tunnel verlässt, ist man wieder in dieser fantastischen Bergwelt und da im Reiseführer stand, man solle sich unbedingt Seward im Süden ansehen, haben wir das getan und nicht bereut. Schon die 120 km waren eine Augenweide, ständig gab es View-Points und Parkplätze mit grandiosen Aussichten. Seward ist eine reine Urlauberdestination, sogar Kreuzfahrer legen da an. Sehr viele CG´s (>500 Stellplätze!) prägen die Stadt und bei dem schönen Wetter waren auch viele der 3600 Einwohnern auf den Beinen. 2 schnorchelten, aber in Neopren. Im Hafenviertel war richtig was los, u.a. sahen wir Fischer, die ganz kapitale Lachse filetierten und dann brachte man auf einer Karre noch riesige Heilbutts zu den Messern. Dann sind wir wieder 13 Meilen (1 Meile etwa 1,6 km) zurück und stehen nun um 19h abseits der Straße in der immer noch wärmenden Sonne. In den USA werden alle Entfernungsangaben in Meilen und Größen in Feet gemacht und die Temperatur wird in Fahrenheit angegeben, sind also ständig mit Umrechnen beschäftigt! In der letzten Nacht hatte ich ein heftiges Wurzelreizsyndrom. Passiert ist es beim Hose ausziehen! Was folgt daraus? In Zukunft gleich mit Hose ins Bett! Gestern Abend wurde es kurzzeitig noch mal laut auf unserem P-Platz, die Verwaltung hatte mit uns ein Einsehen und spendierte uns eine nagelneue Toi!! Wenn das nichts ist. Noch etwas Lustiges. Unsere Freunde Sigrid und Werner sind leider auch mit einem Krankheitssyndrom behaftet, allerdings leiden sie darunter nicht. Ihr Sohn prägte den Begriff unter dem sie leiden, „Orientierungslegasthenie“. Es gab schon nette Sachen, so stehen wir auf einem CG, Sigrid geht zur Dusche und geht auf dem Rückweg erst mal in den falschen Camper! Oder beide fahren im Camper uns hinterher, der Abstand beträgt vielleicht 70 m, wir müssen eine kleine Kurve fahren, um unseren Platz zu bezahlen. Im Rückspiegel sehen wir nur noch, wie beide auf den HWY sausen, aber das Beste war, sie fuhren auch noch in die falsche Richtung! Dann waren sie weg. Aber glücklicherweise haben sie ein Navi und die Dame sagte ihnen dann ständig: „Wenn möglich bitte in 150 m umkehren!“ Nun Anchorage. Eine Stadt mit 286 000 EW am Cook Inlet gelegen. Wir sind lange Zeit am Turnagain Arm entlang gefahren, mit tollen Aussichten. Das Wasser ist mit Schwebstoffen und Mineralien aus den Bergen gesättigt. Sieht aus, wie Lehmbrühe! Unterliegt aber den Gezeiten und deshalb setzen sich die Schwebstoffe auch im Inlet ab. Das Stadtbild von Anchorage unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Städten, viele Blumen in der Innenstadt und natürlich Verkehr. Häufig sind die Straßen als Einbahnstraßen geführt. Wir haben uns den großen Weekend Market angesehen, sind etwas durch Downtown gelaufen und haben einen Rentier-Hotdog gegessen. Noch eine Begebenheit, Alkohol, in welcher Form auch immer, kann man nur kaufen, wenn man sich als Ausländer mit dem Pass ausgewiesen hat! Nun geht es in Richtung Denali weiter. Grüße B&D