Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Heute am 24.7. hatten wir von früh bis abends Regen. Unser Stellplatz nach Tok am Glenn HWY, ging, aber leider nicht wild. Gleich am Morgen eine Begegnung mit einer Elchkuh und ihrem Jungen. Haben lange gestanden und beobachtet. Wir fuhren wieder durch Tundra. Man will gar nicht glauben, dass es auf der Erde Millionen Menschen gibt, die keinen Zugang zum Wasser haben. Hier gibt es das im Überfluss, die Flüsse mäandern sich durch die Landschaft, nur mal mit vereinzelten Brücken überbaut. Seen soll es über 1 Million in Alaska geben! Und nun auch noch das Wasser von oben!
Vor Glennallen auf den Richardson HWY und weiter Richtung Valdez. Unterwegs wollten wir uns das hochgelobte Copper Center mit Museum ansehen, doch alles im Prinzip nur Schrott! Mittagspause hatten sie auch gerade. Im Gegensatz dazu das hochmoderne Visitor Center Wrangell St. Elias kurz zuvor. Etwas fällt ganz allgemein auf, das, je weiter man in den Norden vorstößt, jeder Alaskaner einen Autofriedhof auf seinem Grundstück hat. Keiner legt Wert auf Ordnung.
Dann hatten wir die großartige Idee unseren Frauen auch die Kennecott Mine mit dem Ort McCarthy zu zeigen. Werner und ich hatten sie schon 1992 besucht. Bis zu dem Ort Chitina (ist auf allen Landkarten eingezeichnet, 110 EW!), führte normale Straße. Über den breiten Chitina River, wo an den Ufern die Lachsräder stehen, führt eine neue Brücke. Dann kam der Hammer. 96 km „mäßig gepflegte Schotterstraße“ (Reiseführer!)! Wir haben 3 Std gebraucht und waren dankbar, das Ziel erreicht zu haben! Eigentlich dürfen wir mit unseren Campern Schotterpisten nicht befahren. Doch wir dachten, mäßig gepflegt, kann so schlimm nicht sein. Irrtum, ich habe in meinem Leben noch keine so miese 96 km gefahren. Auch noch viele Baustellen mit großen Lastern. Dann standen wir am reißenden Kennicott River auf einem Parkplatz am Ende der Straße und durften für den schlechtesten CG auch noch 20 USD bezahlen!! Dafür haben wir eine Toilette, die das nächste Jahr nicht mehr sieht, weil sie jetzt schon zur Hälfte vom Fluss unterspült ist! Ich hoffe nur, wir kommen auch wieder gut hier raus, sonst haben wir etliche Probleme.
Es ist alles gut gegangen! Wir stehen heute am 25.7., kurz hinter Chitina, an einem See. Der Tag begann mit verhangenem Wind und deutlicher Kühle. Doch ab 11h hatten wir strahlenden Sonnenschein. Über eine neue Fußgängerbrücke überquerten wir den Kennicott River. Früher gab es hier nur eine Überquerung mit einer kleinen Gondel, die an einem Seil hing. Bis zur Flussmitte ging es ganz leicht, ab da musste man allerdings mithelfen, das andere Ufer zu erreichen. War abenteuerlich! Das Erhalten des Historischen fällt den Amerikanern schwer, zu mindestens hier. Was weiter oben an der Kennecott Mine auch auffiel. Aber man ist am Restaurieren, leider liegt viel Bauschutt herum. In dem kleinen Ort McCarthy hat sich auch sehr viel verändert. Werner und ich hatten Mühe unser Restaurant von 1992 zu finden. Und dann die Autowracks vor jeder Tür! Die anschließende Wanderung über 18 Km führte zuerst am Kennicott, dann am Root Glacier entlang. Gewaltige Eiszungen erstrecken sich weit ins Land und bringen auch viel Geröll mit. Die Gletscher liefern das Wasser für die Flüsse, überall rauscht es. Aber auch die umliegenden Berge liefern aus ihren Schneeresten noch sehr viel. Natürlich konnten wir der Versuchung den Gletscher zu begehen, nicht widerstehen, obwohl unsere Ausrüstung dazu nicht taugte.
Unsere Autos sind völlig verdreckt, sollten bald eine Waschstraße aufsuchen!
Das haben wir dann auch in Valdez gemacht, mit einem Hochdruckreiniger wurden sämtliche Spuren von der McCarthy Road getilgt. Ich habe auch gleich noch innen ordentlich wischen dürfen, nachdem bei einer kurzen Bremsung ein Glas Pasta aus den oberen Schränken fiel!! In der Zwischenzeit haben die Frauen in der Laundry die gesamte angefallene Wäsche der letzten 14 Tage für wenig Geld gewaschen. Gas und Wasser auch aufgefüllt. Das Beste, wir haben auch schon unsere Tickets für die Überfahrt nach Wittier durch den Prince William Sound! Alle Reiseführer warnen, kein Platz ohne Vorbestellung in den Sommermonaten. Quatsch, es ist nicht viel los hier oben.
Valdez, 4100 EW, wurde 1964 neuerbaut, nachdem ein Tsunami die Stadt zerstört hatte. Ursprünglich war es der Ausgangsort für Prospektoren und Goldsucher nach Dawson City. Heute ist der Ort von der Ölindustrie, Fischfang und dem Tourismus abhängig. Bekannt in aller Welt wurde er durch das Unglück der Exxon Valdez 1989, davon ist nichts mehr zu sehen. Uns gefällt die Stadt gut, sie wird auch Alaskas kleine Schweiz genannt da sie von den immer noch beschneiten Chugach Mountains von allen Seiten eingerahmt wird. Ein toller Anblick. Viele solcher Eindrücke hatten wir heute auf unserer kurzen Fahrt von Chitina hierher. Blauer Himmel und diese Berge! Am Fuße des Worthington Glacier waren wir auch. In den letzten 20 Jahren wäre er sehr geschrumpft, erinnerte sich Werner.
Übrigens endet in Valdez auch die Trans Alaska Pipeline. An jeder öffentlichen Bücherei gibt es freien Internet Zugang und so werden wir jetzt dorthin fahren und den Bericht absetzen. Dann haben wir uns schon einen Platz in der Nähe der Fähre gesucht. Morgen um 7h legt sie ab. Grüße D&B