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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Kanada 3

Prince Georg ist eine Stadt mit 72 000 EW. Dort trifft die 99 auf die 97, eine Straße von Ost nach West und wir sind nach West abgebogen. Aber erst nachdem wir den Aussichtsberg der Stadt mit dem Auto erklommen hatten. Bis dahin noch irre warm. Etwa 15 km nach Prince Georg haben wir dann mit dem Suchen begonnen und wurden auch beim 2. Mal fündig. Stehen weit genug von der Straße entfernt, kaum noch Lärm zu hören. Auf einem Waldweg haben wir es uns gemütlich gemacht! Und es ziehen ganz dicke Wolken auf! Auf der Fahrt ist uns noch aufgefallen, fährst du durch indigenes Gebiet, sieht es recht ruppig aus. Die kleinen Städte sind  alles Straßendörfer und ziehen sich teilweise hin. Schrecklich für unsere Begriffe ist die Sammelleidenschaft der Kanadier.  Am meisten stehen alte, verrostete Autos und Lastwagen auf den Gehöften. Schrott sammeln ist hier eher unbekannt!

Oh, oh, die ganze Nacht hatte es geregnet und früh hingen die Wolken tief. Doch ab 11h hatten wir dann wieder Sonne pur. Über Vanderhoof, Houston ging es nach New Hazelton. Gefällige Landschaft ohne Sensationen. Ab Houston hatten wir wieder die schneebedeckten Berge der Coast Mountain (Hazelton M.) vor uns. Weite Grasflächen imponierten als weißer Teppich wegen der dort blühenden wilden Margariten.  Bei Moricetown  bewunderten wir noch den gleichnamigen Canyon, wo sich der Bulkley River durch eine 8 m breite Öffnung zwängt und der Bulkley R. ist nicht etwa nur ein kleiner Bach! Dann suchten wir einen Stellplatz, leider vergebens. Nun stehen wir unpowert, schon nach Kitwanga an der 37 (Cassiar-Stewart HWY) für 23 CAD. Sehr ruhig, vor uns ragen die Berge auf, bis 2700m.. Nur die kleinen Beißerchen machen sich hier zum ersten Mal bemerkbar. Wir müssen unsere Netze  aufspannen. Trotzdem finden diese Biester noch reichlich Gelegenheit zum Stechen!

Um 6h strahlend blauer Himmel, so wie es sich für den 16.7. gehört! Gratulationskur. Dann Aufbruch nach Meziadin Junction. Suchen uns auf dem dortigen CG einen Platz am Meziadin Lake und besorgen auch gleich das Brennholz für den Abend. Dann ein toller Abstecher nach Stewart/Hyder im Westen am Portland Canal. Man fährt in einem tief eingeschnittenen Canyon, vorbei am Bear Gletscher und steil aufragenden, baumbestandenen Bergwänden vorbei. Stewart ist ein 300 Seelen Dorf. Hyder, schon in den USA gelegen, hat über Land nur die Kanada Anbindung und besteht aus ein paar ungeordneten Häusern. Allerdings sind sie fleißig am Straße bauen, was auf Ausbau des Tourismus schließen lässt. Nach weiteren 7 Km Schotterpiste waren wir am Salmon River mit seinem Fish Creek. Dort sollen die Bären Lachse fangen, doch leider waren sie wohl schon satt! So beobachteten wir nur die Lachse beim Laichen. Aber auf dem Rückweg lief uns dann doch noch ein Schwarzbär vor das Auo ,Er sammelte Beeren am Straßenrand und wir konnten gute Bilder schießen. Noch in den USA haben wir Salmon besorgt, der heute Abend serviert werden soll! Unsere Mama ist wegen des schönen Stellplatzes ganz happy. Vor uns der grünlich gefärbte  See mit Schaumkronen, umsäumt von Tannen. Ein leichter Wind weht die Mücken weg und das Wasser hat 17°C! Zum Festessen gab es dann Lachs in Folie über Holzfeuer, Folienkartoffeln und Schmand. Dazu ein kalifornischer Weißwein. Da gab es nichts zu meckern! Wenn nur nicht diese ekelhaften Beißer wären (der Wind hatte sich gelegt!). Ich habe schon etliche Beulen, die besonders in der Nacht anfangen zu jucken und das über etliche Tage!

Heute am 17.7. hatten wir wieder eine landschaftlich sehr schöne Fahrt von Meziadin weiter die Straße 37 über Iskut (ein Nest mit 200 EW) und Tatogga Lake. Hier haben wir auf Holzbänken unseren Kaffee getrunken und im Anschluss mit einer Dame aus dem Schweizer Tessin geplaudert. Die war zusammen mit ihrem Mann gerade dabei, eine Jagdhütte einzurichten und bedauerte es sehr, dass wir ihn verpasst hätten, denn dann hätten wir mal mit zur Hütte gekonnt! Hätten wir auch gemacht. Endpunkt war heute der Dease Lake, an dessen Ufer wir jetzt wild stehen. Werner und ich waren schon im glasklaren, kalten See baden, Doris hat das nach ihren Küchenpflichten nachgeholt! Am Abend haben wir ein Feuer entfacht und mal wieder über Gott und die Welt philosophiert. Morgen werden wir den Alaska HWY erreichen.

Aber zuerst einmal war es am nächsten Morgen kalt, sehr kalt, 5°C. Aber was soll`s, ich hatte mir vorgenommen zu baden und wollte das nun auch nicht einfach absagen. Mit etwas Mühe haben wir dann im Wagen die Heizung gestartet und bei kuschligen Temperaturen gefrühstückt. Etwas witziges wollte ich noch erzählen. Wenn du hier an eine Tankstelle fährst, musst du zuerst bezahlen. Man .ankt einen geschätzten Geldbetrag, dann wird die Tanksäule freigeschaltet. Sollte man weniger Geld verbrauchen,  bekommt man es natürlich zurück. Gut gegen Tankbetrug!

Dann fing es an zu regnen, durchgängig bis zum Alaska HWY. Irgendwo auf dem Weg lief ein Tier über die Straße! Vollbremsung! Fotoapparat und zurück, sehe es gerade noch oben auf der Böschung im Wald verschwinden! Ich hinterher und verfolge es. Dann klettert es recht schnell auf einen Baum. Habe gute Fotos gemacht.Dann trafen auch die anderen ein. Werner meinte, es wäre ein Stachelschwein. Stacheln hatte es, ich wusste gar nicht, dass diese Schweine auf Bäume klettern!  Um 11.20h fuhren wir auf den Alaska HWY auf. Und da noch einiges an Kilometern vor uns lag erklärten die Frauen ihre Bereitschaft  zu  fahren! (Unter sanftem Druck!) Ich saß als Beifahrer und merkte, wie schön es ist, sich durch das Land kutschieren zu lassen! Immer wieder heftiger Regen. Kurz vor Teslin, schon im Yukon, Platz am See mit Feuerstelle. Die Wälder gehen immer bis ans Wasser, so dass man keine Chance auf einen Spaziergang hat. Wenn man Glück hat, dann gibt es eine Stichstraße.  Heute gab es Thüringer Bratwurst , Brokkoli u. Kartoffeln. War sehr lecker! Der Alaska HWY, diese sagenumwobene Straße, von der auch heute die Kanadier mit einem Leuchten in den Augen sprechen, ist in weiten Teilen nicht mehr so gut. Eine Generalsanierung täte gut. Je weiter wir nach Norden kommen, desto weniger EW gibt es. Whitehouse, die Hauptstadt des Yukon, hat 24 000 EW. Die drittgrößte Stadt, Watson Lake, bringt es auf ganze 1300 EW!     Viele Grüße von D&B

 

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