Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Der Wind hatte in der Nacht noch zugenommen und am Morgen hingen zusätzlich schwere Wolken über uns. Bin rasch noch mal ins Wasser, dann fing es auch schon an zu regnen. Dabei war es warm, über 20°C.
Weiter ging unsere Tour über Picton, nochmal Fähre bei Glenora, bis Kingston. Es regnete und regnete. Bei Gananoque auf den Thousand Island HWY, bei schönem Wetter sicherlich ein Genuss, doch so sah man häufig nicht das andere Ufer des St. Lawrence River. Trotzdem, wir erahnten, wie es hätte sein können! Bei Prescott bogen wir nach Norden ab, Richtung Ottawa. Doch der Regen wurde so stark, dass wir 45 km vor unserem Ziel auf einer geteerten Farmeinfahrt zum Stehen kamen. Die Böden rechts und links der Straße sind aufgeweicht und zum Stehen nicht sicher. Wir sind uns sicher hier keinen zu stören, denn das Tor zur Farm ist mit Ketten und Vorhängeschlössern gesichert und zusätzlich steht ein Schild davor, For sale! Es ist 15.30h und wir tun ziemlich dumm! Werner meinte, das würden wir doch gut können! Doris wird lesen und ich an unserer Präsentation arbeiten.
Haben wir auch gemacht und die Bettruhe währte bis 1,30h. Dann klopfte es unter ziemlich lautem Geschrei an der Tür! Polizei!! Heilloses Durcheinander. Was war geschehen? Die Besitzer waren wohl doch noch in dem Haus, das sie verkaufen wollten und hatten eine Anzeige bei der Polizei gemacht. Wir hatten uns strafbar damit gemacht, auf privatem Grund zu stehen. Warum das erst 1.30h aufgefallen war ist unklar. Nach Überprüfung unserer Identität wurde der Ton der Polizisten, die mit 2 Fahrzeugen angerückt waren, versöhnlicher. Einer kam mit in den Wagen und erklärte uns sehr freundlich, wir müssen fahren, das Gesetz verlangt es so und die Besitzer wollten es auch so. Wir waren froh, alles gut überstanden zu haben und fuhren von dannen. Bis zum nächsten Feldrand, dort schliefen wir ungestört weiter!
Ottawa, die Hauptstadt dieses riesigen Landes, hat nur rund 800 000 EW. Aber sehr viel Flair. Unser Rundgang durch Down Town mit dem alten Parlamentsgebäude und von dort die Aussicht auf die Stadt, der ByWard – Markt mit seiner fantastischen Obst- und Gemüse Präsentation u. vielen kleinen Gaststätten und die Basilika Notre Dame waren natürlich nur eine flüchtige Begegnung mit der Hauptstadt. Wir sind lange Zeit am Rideau Canal entlang gefahren und hatten auch noch einen Eindruck vom Rideau Park und dem Sitz des Generalgouverneurs seiner k.M. Queen Elisabeth. Nun ja, man muss es nicht unbedingt gesehen haben! Interessant am Park waren die auf Tafeln verewigten Persönlichkeiten, die dort Bäume gepflanzt haben. Es waren eine ganze Menge!
Weiter ging es nach Osten und neue Probleme taten sich auf! Bisher war es klar, Kanadier sprechen Englisch. Je weiter man nach Osten vordringt, ist auf Hinweisschildern auch französisch geschrieben. Aber wenn man die Grenze zum Bundesstaat Quebec überquert, dann sind die Schilder häufig nur in Französisch! Meine Kenntnisse beschränken sich auf Guten Tag, Auf Wiedersehen und Merde! Damit kann man nicht wirklich was anfangen! Das Visitor Center haben wir gerade noch so erwischt, sonst hätten wir null Informationen über dieses Bundesland gehabt. D ie Animositäten gehen soweit, dass die anderen Länder kein Material über Quebec haben! 1 Km nach der Grenze habe ich ein Frau nach dem V.C. gefragt, die sprach überhaupt kein Englisch, ihr Mann ganz mühsam und erst die dritte Person konnte auf Englisch Auskunft erteilen. Schon komisch. 23% der Kanadier sprechen Französisch und die Separatisten sind stark, 1995 sprach sich eine knappe Mehrheit von 50,6%%(!) für den Verbleib in Canada aus. Die Damen im V.C. waren aber sehr nett und empfahlen uns, auf dem großen Parkplatz von Wal Mart zu nächtigen, kostet nichts! Vorteil ist, man kann gleich einkaufen und sehr schöne Toiletten haben sie auch!
Quebec ist 4x so groß wie Deutschland! Besiedelt eigentlich nur entlang des St. Lawrence und südlich davon. Die Mitte und der Norden ohne Straßen, kaum Menschen, nur Seen, Flüsse und Wälder. Montreal mit 3,4 Mio EW die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt, beherbergt u.a. den größten Openair-Markt Nordamerikas, aber das werden wir morgen erkunden.
Kühl, aber mit strahlendem Blau am Himmel präsentierte sich der Morgen und so blieb es bis zum Abend. Ein Kanadier hatte mir am Abend noch gesagt, unbedingt den Zug in die Innenstadt nehmen, fährt alle 30 Min. und der Bahnhof gleich um die Ecke. Prima, machen wir! Hatten dann auch gleich Karten gekauft, 8.50 CAD/Karte. Aber das mit den 30 Minuten war Wunschdenken. Der Zug wäre erst in über 2 Stunden gestartet! Na, toll! Doris hat dann mit einer Studentin angebandelt, die ihr verklickerte, dass wir erst einen Bus nehmen sollten, der würde zur Metro fahren und von dort dann nach Down Town. Da sie gleiches vorhatte, sind wir hinterher. An der Bushaltestelle standen, ordentlich aufgereiht, die Wartenden. Der Bus fuhr fast 30 Km! Dann ab in die Tiefe. Man sagt immer, Moskaus Metro wäre so tief unter der Erde, doch ich glaube, die in Montreal geht noch tiefer. Am Ziel sollte dann der Zug am Abend auch wieder zu unseren Autos starten. Galten da noch die Fahrkarten, die wir am Anfang gelöst hatten?? Ein Bediensteter prüfte und meinte ja. Wir sind dann gleich ins VC und haben eine Stadtrundfahrt mit Cruiser gebucht. Hat sich wirklich gelohnt. Haben in den 3.5 Std. eine ganze Menge von Montreal gesehen. Aber wir sagen ganz ehrlich, Ottawa und Toronto haben uns besser gefallen. Die Stadt machte einen etwas „dunklen“ Eindruck auf uns. Gewiss, Hochhäuser mit den dazu gehörenden Schluchten haben sie auch, doch das gemütliche mit den Straßenkaffees und den älteren Häusern fehlt. Eine Fußgängerzone hatten wir auch vermisst, doch die ist nicht nötig. Man hat riesige Einkaufspassagen, teilweise in 3 Etagen, unter die Erde gebaut und alles mit einander verbunden. Eine Stadt unter der Stadt! Mit Wegen von über 30 Km Länge! Wer sich nicht auskennt und als Fremder keinen Stadtplan hat, hat gute Chancen, sich zu verlaufen. Wir hatten heute am 20.9., Donnerstag, nicht den Eindruck, die Montrealer wären im Kaufrausch, alles war sehr verhalten. Und wieder tauchte die Frage auf, wer all die Waren kauft und wie die Ladenbesitzer überleben können. Aber es scheint ja zu funktionieren. Die Fahrt auf dem St. Lawrence Strom war sehr schön, doch eigentlich hat man außer der Skyline und dem Containerhafen nichts zu bieten. Aber wer ist schon mal auf den St. L-R geschippert?
Wir sind am Abend aber wieder auf den Walmart-Parkplatz zurück, ist sicher, kostet nichts und wenn in der Küche was fehlt, dann hat man bis 21h noch Zeit, das auszugleichen. Die Sanitäranlagen sind vom Feinsten und somit auch nicht für Camper wie uns zu verachten!
Wir grüßen alle ganz herzlich! D&B