Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Den ganzen Tag sind wir der Straße Nr. 138 gefolgt. Zuerst allerdings ging es am Morgen auf der 6-spurigen Nr. 40 East durch Montreal, gut 60 km bei gutem Verkehr.
Die 138 führt direkt am St. Lawrence River, oder, wie er hier genannt wird, am Fleuve Saint-Laurent. Wunderbar. Wir hatten Zeit und haben an vielen Aussichtspunkten gehalten. Der Schiffsverkehr ist auch wieder reger geworden und die Ufer haben teilweise eine regelrechte Steilküste. Die kleinen Orte haben viel europäisches Flair, bis auf die weitverbreiteten Holzhäuser. Auch wegen der Kirchtürme, die wieder erscheinen. Und in einem dieser Orte, Cap-Sante, haben wir per Zufall von einem Künstler einen Druck erstanden (wir haben ja noch keine Bilder!) In Trois-Rivieres hatten wir eine sehr nette, auch englisch sprechende, Dame im VC, die uns mit viel nützlichem Wissen ausstattete und wo wir auch freien I-zugang hatten. Sie suchte uns in Quebec den günstigsten Walmart und da stehen wir jetzt. Gleich daneben befindet sich Super C, ebenfalls Lebensmittel. Beide gut besucht. Aber in der Super C Kaufhalle gibt es auch Wein und Bier in großer Auswahl, was ja sonst nicht üblich ist. Vielleicht ist das den „Franzosen“ geschuldet.
Quebec hat 623000 EW und 95% der Bevölkerung spricht Französisch, allerdings soll im Dienstleistungsgewerbe auch Englisch gesprochen werden! Wollen wir doch hoffen! Gegründet wurde die Stadt durch einen Samuel de Champlain 1608.
Was noch auffällt ist die Qualität der Straßen. Pünktlich am Ortseingang beginnen die Schlaglöcher und die Querrillen! Wahrscheinlich haben auch hier die Kommunen kein Geld.
Der Tag für einen Rundgang durch die Altstadt von Quebec konnte vom Wetter her nicht besser sein. Als erstes ging es durch die Zitadelle, die in noch unscheinbarer Form von den Franzosen begründet wurde. Dann aber, nach der Eroberung Quebecs durch die Engländer im Jahre 1759, wurde die Stadt mit der mächtigsten Festungsanlage, die die Engländer in Kanada je gebaut hatten, ausgestattet. Sie wurde in all den folgenden Jahren modernisiert und ist auch heute noch sehenswert. Quebec gilt als einzige befestigte Stadt nördlich von Mexico!
Die Stadt ist sehr hügelig, teilweise mit steilen Straßen u. Treppen. Tief unten fließt der St. Lawrence R., dessen Wasser heute mächtig aufgewühlt war. Vieux-Quebec ist sehenswert, viele kleine Gassen mit netten Gaststätten, Boutiquen und Plätzen laden zum Sehen und verweilen. Alles sieht europäisch, Französisch, aus, nichts erinnert an Nordamerika, auch mal sehr schön! Wunderbar auch die Terrasse Dufferin mit ihren Sitzgelegenheiten und Ausblicken auf den Strom. Das Chateau Frontenac, lange Zeit als vornehmstes Hotel der Welt gehandelt, strahlte mit seinem neuen Kupferdach in der Sonne. In der Notre-Dame Quebec, einem gewaltigen Bau, waren wir natürlich auch, ebenso haben wir das Hotel de Ville von außen bewundert. War leider wegen Renovierung geschlossen. Am Place Royal kann man 400 Jahre Geschichte der Stadt in einem riesigen Wandgemälde entdecken. Zum Ende unseres Rundganges besuchten wir noch einen Maple Syrup Laden, indem es alle Zubereitungsformen mit Ahornsirup gab. Außerdem wurde an Hand von Tafeln die Gewinnung gezeigt.
In Kanada ist auch der Herbst eingezogen, die Blätter färben sich schon stark und fallen auch! Trotz der Sonne ist es kühl. Wir sind wieder zu unserem PP bei Walmart gefahren und freuen uns auf das Essen (Chicken mit frischem Baguette, haben ja alles vor der Tür!)
In der Nacht hatte es viel geregnet, am Morgen des 23.9. freundlicher Himmel mit heftigem Sturm! Wir sind, sobald wir Quebec hinter uns gelassen hatten, auf der 132 East weiter. Die Straße führt direkt am St. Lawrence R. entlang und ist mit der einsetzenden Laubfärbung und bei Sonne natürlich wunderschön. Auf der einen Seite die Appalachian Mountains und auf der anderen Seite die Laureitides mit über 1000 m hohen Bergen. Der Fluss wird, je weiter wir nach Osten kommen, immer breiter. Alle Aussichtspunkte wurden mitgenommen, obwohl uns der Sturm fast aus den Klamotten pustete. Auf der Suche nach Wasser hatten wir auch wieder nette Erlebnisse mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Schon beim 2. Anlauf waren unsere Tanks wieder gefüllt. Da immer noch alles sehr frankophon ist, haben wir bei einer kleinen Käserei angehalten und nun gibt es heute Abend Käse mit frischem Baguette und Rotwein. Nebenbei haben die auch Schokolade und Pralinen hergestellt, Doris hat 2 Pralinen gekauft. Nach genau 10 Wochen war das unsere erste Schokolade!!
Als wir dann an einem weit ab der Straße gelegenen Aussichtspunkt ankamen, war klar, das ist unser Platz! Umgeben vom Wasser, in einiger Entfernung die 2-türmige Kirche von Saint-Roch-des-Aulnaies (Ihr müsst nicht traurig sein, auch wir wissen nicht, wie es ausgesprochen wird!) und mit ordentlicher Toi ausgestattet. Was will man mehr. Die Sonne wärmt noch stark, wäre da nicht der Wind. Auffällig sind seit einiger Zeit schon die Dächer der Häuser. Sehr viel mit Blech gedeckt und dann angestrichen mit einer glänzenden Farbe, vorherrschend Rot und Zinkfarben. Die Kirchtürme sind auch so gedeckt und glänzen in der Sonne.
Der Fluss, der heute so aufgepeitscht war, hat hier schon einen Tidenhub von 4-5 m! Gegen 22.30h haben wir noch mal nachgesehen, große Flächen, die vorher trocken lagen, waren jetzt mit Wasser bedeckt.
Selten haben wir auf Reisen und schon gar nicht in Australien, so viel Obst und Gemüse gegessen, wie hier. Man bekam und bekommt es in all den großen Hallen und auch häufig am Straßenrand oder kleinen Dorfmärkten. Alles was die Gegend hergibt, aber auch importiertes und da meist aus den USA. Die Preise sind durchaus erschwinglich.
Liebe Grüße aus Kanada von D&B