Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Philippinen 2.3. – 22.3.14
Manila 2.3.
Manila ist nicht Singapur, aber ansonsten sind wir erst mal zufrieden. Nach dem 3- stünd. Flug standen schon vor der Passkontrolle 2 Personen, die eine hatte ein Schild in der Hand „Bern Deidesheim & Co“, die andere hängte uns eine Kette zum Zeichen des Willkommens um! Die Formalitäten waren sehr schnell erledigt. Ein Kleinbus(!) brachte uns in das Traders Hotel, ein grauer Betonklotz. Innen o.k., die Zimmer großzügig und sauber. Lobby und gastronomische Einrichtungen top. Aber die Poolbereich strahlt heftigen DDR-Charme aus!
Insgesamt gehören zum Staat Philippinen 7107 Inseln mit einer Landfläche von 299000 qkm, rund 2000 Inseln sind bewohnt und nur 500 sind größer als 1 qkm. Luzon ist die größte Insel und hat auch die Hauptstadt. Rund 95 Mio EW, der Großraum Manila (Metro Manila) hat allein schon 11,5 Mio EW (Unser Guide meinte am 3.3. es wären jetzt sogar 19 Mio!). Auf Cebu hat 1521 Magellan die Inseln für Spanien annektiert, dabei wurde er erschlagen! Zu Recht! Hat den Philippinos allerdings nichts genutzt, ab 1571 waren die Holländer überall präsent. Ab 1872 kam es dann immer wieder zu Aufständen gegen die Spanier und die hatten auch noch das Glück den Krieg in Amerika gegen die USA zu verlieren, ihre Flotte wurde von den Amerikanern vor Manila geschlagen. Praktischerweise übernahmen die USA gleich noch die Philippinen! Man arrangierte sich. Nach dem 2. WK zogen sich die Amerikaner zurück und die Philippinen wurden am 4.7.1946 unabhängig. Dann hatten sie auch noch Ferdinand und Imelda Marcos, die das Land plünderten. Aquino, Ramos u. Estrada folgten.
Nun zu unserer ersten Erkundung. Die Bürgersteige haben einen Niveauunterschied zur Straße von 30 cm (gefühlt 50!) Für die Überquerung des Roxas Boulevard sollte man vorher eine Lebensversicherung abschließen! Wir haben es nur mit Hilfe eines netten bremsenden Taxifahrers geschafft. Wir wollten etwas für den Abend finden, doch fündig sind wir nicht geworden. Vieles an der Straße hat uns auch nicht so richtig vom Hocker gezogen! Direkt am Ufer der Manila Bay, die sehr schmutzig war, standen die Hobbyangler. Der Roxas Boulevard mit seinem Malecon ist zu einer Meile von Armutsverkäufern verkommen. Überall liegt Dreck herum und viele Menschen, einschließlich Kindern u. Haustieren, schlafen auf den Bürgersteigen oder unter den Bäumen auf dem Mittelstreifen. Auch ist aufgefallen, viele haben sehr schlechte Zähne. (Es wäre eindeutig besser gewesen, Singapur auf dem Rückweg zu besuchen!) Diese ersten Beobachtungen sind um das Traders Hotel gemacht, vielleicht ist es woanders aber viel besser. Mal sehen.
Das Hotelrestaurant war zum Abend nicht wirklich überrannt, die Preise moderat, aber das Angebot leider sehr europäisch, nur 3 Gerichte als philippinisch ausgewiesen. Vielleicht sind durch die lange Kolonisierung die ursprünglichen Rezepte verloren gegangen!
3.3.
Auf der Citytour haben wir eine ganze Menge gesehen und wollen gern auch geschriebenes etwas korrigieren. Manila ist schon eine saubere Stadt, zu mindestens wenn man auf den Hauptwegen unterwegs ist, ein Heer von Tagelöhnern sorgt dafür. Läuft man allerdings durch Nebenstraßen, sieht es schon etwas trostlos und schmuddelig aus. Auch war unser Eindruck vom Malecon richtig, wir sind ihn heute zur Gänze abgelaufen, hunderte, wenn nicht noch mehr, hausen dort. Und so sieht es dann auch aus. Kinder und Erwachsene baden dort in einer „Brühe“, der schmale Strand ist mit Dreck übersät. Aber 2013 hat das Land ein positives Wirtschaftswachstum gehabt. Krankenversichert sind wohl auch die meisten. Und gegessen außerhalb der eigenen vier Wände wird wohl ebenso gern wie in Singapur!
Abgefahren sind wir:
Rizal Park. Benannt nach dem Nationalhelden der Philippinen, dem Freiheitskämpfer, Dr. Jose Rizal, der von den Spaniern 1896 erschossen wurde. Im Park Statue, Wasserspiele, Blumenrabatten und kräftige Lautsprecher aus denen am Nachmittag Musik ertönte.
Intramuros. Die Festungsstadt wurde von den Spaniern angelegt, mit einer hohen Mauer versehen und war eine Stadt in der Stadt, ab 18 Uhr mussten alle Philippinos draußen sein. Gleich dahinter lag das Fort Santiago strategisch gut an der Mündung des Pasig Rivers. Berüchtigt waren die unter dem Meeresspiegel liegenden Kerkerzellen des Forts. Innerhalb der Mauern von Intramuros liegt auch die San Agustin Church, die alle Erdbeben und auch die Bombardierung durch die Japaner unbeschadet überlebte. Ebenfalls dort steht auch die bedeutendste Kirche der Philippinen, die Manila Cathedral. Beides gewaltige Bauten.
Makati City. Ein Stadtteil, in dem das gehobene Klientel wohnt. Viel haben wir nicht gesehen, alles verbirgt sich hinter hohen Mauern.
Mall of Asia. Ein neues, gigantisches Einkaufs-u. Erlebniszentrum. Das ist nun wirklich was zu Verlaufen! Wir haben einen Kaffee getrunken und sind dann mit dem Taxi wieder nach Intramuros gefahren. Der Verkehr in Manila ist schon chaotisch und unser Guide meinte, es gelten nur 2 Dinge, deine eigenen Regeln und die Versicherung! Die Stadt ist absolut fußgängerunfreundlich. Nach einem sehr langen Marsch, vorbei an der amerikanischen Botschaft, die einer Festung gleicht, sind wir gegen 16 Uhr wieder im Hotel gewesen.
Euch zu Hause einen feuchtfröhlichen Rosenmontagabend! D&B