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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Frankreich 3

Hallo Freunde!

Am Morgen des 26.8. schien die Sonne! Als Erstes nach Bayeux (Sabine hatte mir das dringend empfohlen!). Die Empfehlung war sehr gut! In der Tapisserie wird ein 70m(!) langer Teppich aus dem Jahre 1066 ausgestellt. Zu sehen ist die Geschichte, wie aus Wilhelm dem Bastard, Herzog der Normandie, Wilhelm der Eroberer, König von England, wird. Dargestellt durch Wollstickerei auf Leinen. Irre! Hat man damals gemacht, weil die einfachen Leute nicht Lesen konnten! Und so wussten sie, was Wilhelm für ein Held war! Und wir auch.

Bayeux hat auch noch eine Kathedrale, keine Frage, wir waren drinnen. Beeindruckend, wie gewaltig das Gebäude auf den einfachen Menschen wirkt, was wohl auch Absicht war. Danach kurz zu Leclerc. Wer? Französische Supermarktkette. Hat viel Ähnlichkeit mit den USA.

Weiter zum Pointe du Hoc. Hier kann man gut den ganzen Irrsinn des letzten Krieges sehen, speziell des „1000-jährigen Reiches“. 15 000 Befestigungsanlagen entlang der Küste mit einem Einsatz von 450 000 Arbeitern bei Verwendung von 11 Mio. Tonnen Beton und 1 Mio. Tonnen Stahl konnten den D-Day am 6.6.1944 nicht standhalten!

14 000 Tote unter der französischen Zivilbevölkerung und 60 000 deutsche Soldaten, neben Briten, Amerikanern, Kanadiern, Polen und Franzosen.

Die Anlage in Saint Marcouf haben wir uns auch noch angesehen. Dann Bummel durch die Innenstadt und das Hafengelände von Saint-Vaast-la-Hougue. In einem Fischgeschäft das Abendbrot besorgt, Riesenauswahl und frisch!

Bei der Ausfahrt sahen wir die flache Bucht mit Ebbe! Unmengen von Muschelbänken (im wahrsten Sinne des Wortes) und sogar ein Traktor war da zu Gange!

Gewundert haben wir uns über das Navi, es führte uns heute kleine und kleinste Wege durch französische Landschaften. Mitunter war mir nicht sehr wohl dabei, zumal auch Entgegenkommende zurücksetzen mussten.

Wie kommen wir zurecht? Wir, die kein Französisch sprechen oder verstehen und auch noch Deutsche sind. Im Vorfeld hörten wir gar schreckliche Dinge! Aber die Realität ist ganz anders. Alle bisherigen Kontakte verliefen sehr freundlich und wo englisch nicht weiter half, da tat es die gute alte Gebärden Sprache. Irgendwie klappte es immer! Auch hatten wir bis jetzt nie das Gefühl, wegen unserer Staatszugehörigkeit abgelehnt zu werden.

In der letzten Nacht haben wir wild oberhalb des kleinen Ortes La Pernelle gestanden. Herrlicher Blick über die Küstenlandschaft ruhige Nacht.

Am 27.8. Barfleur angefahren und dort in aller Frühe umher gewandert. Netter Ort. Dann Pointe de Barfleur, Leuchtturm, 75m(zweithöchster Frankreichs) hoch und Muscheln gefunden! Bei Cap Levi sind wir noch einmal abgebogen und standen im Dorf dann vor einem Schild, welches uns andeutete, die Durchfahrt zwischen den Häusern betrage nur 2,50m! Unsere Kiste hat mit Spiegeln 2,80m. Also Spiegel eingeklappt und Zähne zusammen gebissen. Wir waren halb durch, da kam von der Gegenseite ein Papa angedüst. Er: Bremse, Rückwärts und geschimpft!

Weiter nach Cherbourg mit seinen Fährterminals für England und Irland. Dabei kommt man durch das Val de Saire, einem der größten Gemüseproduzenten der Normandie, jährliche Erträge bis zu 92 000 Tonnen. Das reicht für uns allemal! In Cherbourg haben wir uns in La Cite de la Mer etwas umgesehen. Zufällig stand ein Kriegsschiff am Kai und eine Landungstreppe gab es auch. Ich dachte, Tag der offenen Kriegsschiffe(!), aber dem war nicht so, das Kennzeichen war Arabisch. Ich fragte die Jungs oben an der Reling, sie kamen aus dem Oman!

Das Ende war dann Sémaphore auf dem Cap de la Hague. Die Straße so eng, dass ich zum ersten Mal ins Schwitzen kam!

Stellplatz heute auf einem weitläufigen Parkplatz in Siouville-Hague, kostenlos. Strandspaziergang bei Ebbe. 500m bis zum Wasser! Bizarre Felsformationen jetzt zu besichtigen, bei Flut sieht man nur einige Spitzen. Um 21 Uhr soll das Wasser oben am Deich sein. War auch so!

Am 28.8. fuhren wir etwas abseits in ein Dorf, Sortosville-en-Beaumont, berühmt in der Normandie. Dort befindet sich ein sehr gut gefüllter Laden mit Normandie-Spezialitäten. „La Maison du Biscuit“ nennt er sich und prahlt mit unglaublicher Fülle in altem Ambiente. Toll! Keiner geht, ohne etwas zu kaufen! Zu diesem Laden führte uns Tabeas Mitgebringe! Bei hoch sommerlichem Wetter haben wir das Cap de Carteret erwandert. Die stark zerklüftete Steilküste ist immer wieder eine Augenweide, außerdem sind die Kanalinseln gut zu sehen.

Der Strand dort ist bei Ebbe auch sehr breit und lädt zum Baden ein. Schon ausgezogen stellten wir fest, dass die Badesachen in Zehdenick geblieben waren! In Agon-Countainville hatten sie aber noch welche!

Vorher noch Kaffee-Platz gesucht und in Pirou-Plage in einer Nebenstraße gefunden. Getreu dem Motto, wo es nicht verboten ist, lass dich ruhig nieder!

Und genauso haben wir es mit unserem Nachtplatz gemacht. Stehen in dem kleinen Nest Lingreville. Die Stichstraße führt direkt auf den Strand. Da stehen wir nun mit Blick auf das Meer. Noch ist das Wasser gut 500m weg und die Austernbänke, sowie die Muschelstangen stehen frei, es wird daran gearbeitet, mit schwerem Gerät. Dieses Gebiet liefert das Gros der in Frankreich erzeugten Austern und Muscheln. Wir sind durch das Watt gelaufen und haben uns das angesehen. Etliche Einheimische suchen in den Prielen mit Harken nach Muscheln für ihr Abendessen. Doris tropft auch schon der Zahn! Nun beobachten wir von unserem Standplatz, wie das Meer alles wieder überflutet, die Muscheln werden zufrieden sein!

Es ist 20 Uhr und von Muscheln keine Spur mehr, das Wasser ist schon bedenklich nahe! Es war heute ein warmer Tag mit viel Sonne und Badehosen haben wir auch, aber so richtige Freude beim Gedanken an baden will nicht aufkommen! Lieber noch ein Gläschen Rotwein.

Nach ruhiger Nacht am 29.8. noch ein kurzer Gang an den Strand, der sich wieder anschickte, überflutet zu werden. Weiter nach Granville an den Hafen und auf den Pointe du Roc, einem gewaltigen Felsmassiv, das der Stadt in früheren Jahren Sicherheit bot. Noch viele Bauten der deutschen Besatzer zu sehen. Von dort über Carolles auf den Cabane Vauban. (Den Zugang zu den Klippen von Champeaux, 90m hoch, haben wir leider nicht gefunden) Aber von Caban Vauban haben wir zum ersten Mal einen Blick auf Le Mont-St-Michel gehabt! Über Avranches sind wir dann bei sehr schönem Wetter auf dem Stellplatz in Beauvoir gelandet. Gut und preiswert.

Euch allen herzliche Grüße von D&B

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