Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Bevor wir bei steifer Brise auf die Mole gelaufen sind, hat es erst einmal eine Mischung gegeben! Auch ein wenig Planung für den morgigen Tag gemacht und da wir direkt am Meer stehen, macht Doris Fisch zum Abend. Der Wein steht auch schon bereit!
Schöner Sonnenschein aber das Thermometer kommt nicht über 18°C. Eigentlich dachten wir bis Honfleur, kurz hinter Le Havre, zu kommen. Doch da wir bewusst die D940, direkte Küstenstraße, gewählt hatten, wurde daraus nichts! Es geht Zeit drauf, hier und da zu schauen! Doch das ist ja auch der tiefere Sinn dieser Fahrt. Am Cap Blanc-Nez und Cap Gris-Nez haben wir die Meter dicken Betonbunker der Deutschen aus dem 2.WK besichtigt. (Atlantikwall) Der Weg für die Geschosse, bis zu einer Tonne(!), betrug von hier bis zu den White Cliffs von Dover nur 33 km. Die Bunkerdächer sind heute Aussichtsplattformen! Gefällt uns besser! Der Küstenabschnitt wird Opalküste, wegen der Kreidefelsen genannt. Einige Abschnitte schätzen wir auf mindestens 100m Höhe. Mittagspause in Merlimont-Plage mit sehr breitem einladendem Strand. Wasser aber empfindlich kühl!
Wenn man so durch das Land fährt, fällt einem als erstes auf, die Straßen sowieso, aber auch alle Ortsdurchfahrten sind hervorragend in Schuss. Für unsere breite Kiste manchmal etwas schmal, doch für PKW ideal. Wir haben gestaunt. Die Orte machen alle einen sehr aufgeräumten Eindruck und jeder kleine Ort hat mindestens 2 Kreisverkehre! Irre! Dadurch sparen die Gemeinden die Gelder für den Ampelbetrieb! Nachahmenswert! Wir sind noch nie so viele Kreisel gefahren! Dann sind da noch so Kleinigkeiten, wie die sehr vollen Friedhöfe, anders als bei uns. Die Soldatenfriedhöfe, wo die uniformen Kreuze in Reih und Glied stehen! Oder, dass es nur wenige schwarz-weiße Kühe gibt! Und dann die riesigen Hortensienbüsche in den Vorgärten, die uns sehr an Irland erinnern.
Wir stehen heute in Biville Sur-Mer, einem kleinen Ort. Haben einen anstrengenden Fahrradausflug hinter uns und genießen jetzt den sonnigen Abend.
Unser Endziel war heute am 24. 8. Honfleur. Vorher Station in St-Valery-en-Caux, ein kleine nette Stadt abseits der D925. Keine Parkmöglichkeit! Aber die Franzosen stehen alle auf dem Bürgersteig, haben wir dann auch gemacht und schon war Parkplatz da! In Frankreich regiert auch am Sonntag der Kommerz, alle Geschäfte auf, sogar Fischstände am Hafen mit frischer Ware. In Ètretat wollten wir dann bummeln, doch da war Himmel und Menschen und noch viel mehr Autos unterwegs. Ich bin bis in die Innenstadt! Auto an Auto, schmale Straßen und häufig auch noch Einbahn! Zu guter Letzt musste ich noch auf der Straße wenden! Da kommt Freude auf! Frustriert verließen wir unverrichteter Dinge den Ort. Dann die Zufahrt zur Pont de Normandie. Ein Gewirr von Straßen und die Beschilderung wich erheblich von Karins Befehlen aus dem Navi ab! Na toll! Aber ich verließ mich auf Karin. Wir wurden über leere Straßen in den Hafen geführt. Eventuell Fähre? Oder Schwimmwesten? Nach geraumer Fahrzeit kamen wir aber tatsächlich an der Pont de Normandie an! Mautbrücke. Mit 856m Spannweite und einer Gesamtlänge von 2142m ist sie seit 1995 die größte Hängebrücke Europas! Wir wollen sie noch einmal mit dem Fahrrad überfahren.
Honfleur, ebenfalls an der Seinemündung, gegenüber von Le Havre, gelegen, ist eine Stadt mit einem wunderbaren Altstadtkern. Um den Hafen herum und auch sonst in allen Nebenstraßen Gaststätten. Und heute zum Sonntag alles gerammelt voll, jeder 2. Gast hatte einen Muscheltopf vor sich! Wenn die mal aussterben sollten, dann sind die Franzosen dran schuld! Den Strand haben wir auch noch mit dem Fahrrad erfahren, ebenso die Cote de Gràce, von wo man einen Rundumblick auf Honfeur hat. Die Räder mussten wir auf halber Strecke stehen lassen, selbst schieben ging nicht mehr, so steil war der Anstieg!
Wir stehen heute auf so einer Art Parkplatz, mit weiteren 260(!) Mobilen. Ist schon verrückt. Ich hoffe, die Mehrzahl von denen fährt gen Osten!
Heute am 25.8. begann es sehr zaghaft. Regen! Immer wieder schöpften wir Hoffnung, doch ab 8.45h war es dann Dauerregen! Sind dann entlang der Küste getrödelt. Die Dörfer, je weiter von der See entfernt, haben dann auch mehr einen morbiden Charme. Aber die „Atlantikbäder“ sind sehr schön, so auch Courseulles-s-Mer, wo wir mit Schirm unterwegs waren. Aber das Wetter lud nicht zum Verweilen ein. Unterwegs gab es schon dieses oder jenes „AHH“ bei den engen Durchfahrten durch die Dörfer. Viele Strände haben hier Namen der Alliierten, z.B. Juno-, Gold- und Omaha-Beach. Museen zu diesem Thema gibt es auch reichlich. Wir hatten uns einen Bauernhof zum Stehen ausgesucht, er bot Strom, Wasser, Toi, Dusche, Entsorgung, Platz im Grünen und, das gab den Ausschlag(!), eine Flasche Cidre, alles für 10€! Also da kann man nicht meckern, wobei auch der I-Zugang frei ist. Nun schüttet es von oben, wir trinken Tee u. Kaffee u. lassen uns die französischen Biscuit von Tabea u. Eberhard schmecken. Anschließend gibt es den Cidre und sollte die große Flasche eventuell zur Neige gehen, es gibt in seinem Büro noch jede Menge Nachschub!
Liebe Grüße von D&B