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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Nordost 1

Nachdem wir uns am Kuchenbuffet bedient hatten gab es eine Stunde später Kaiserschmarr`n, wahlweise mit Schlagoberst, heißen Kirschen oder Aprikosen! Und nach einem kleinen Plausch bei Rotwein legte die Albatros ab und wir warten auf das Abendessen. Danach ist ein Varieteeprogramm angesagt, Kleidung heute „elegant“. Das wird einem jeden Tag in einem 4-seitigen Tagesprogramm mitgeteilt. 

Nun fahren wir schon wieder 12 Stunden und sind soeben an der Einfahrt zum Eyjaf Jördur angekommen. An dessem Ende liegt Akureyri, die angeblich schönste Stadt Islands. Heute ist Nationalfeiertag und es soll in der Stadt viel los sein. Draußen haben wir 15°C und Sonne mit wenigen Wolken. Wir unternehmen eine Stadtrundfahrt mit Abstecher zum Godafoss. Heute gab es auch wieder eine Tanzstunde, auf dem Programm standen Polka und Wiener Walzer! Den Damen hat das unheimlich viel Spaß gemacht. Dabei fing der Tag so gut an. Wir saßen auf dem Jupiterdeck (Deck 9) und hatten bei diesem Wetter einen traumhaften Blick auf die See und die schneebedeckten Berge Islands.

Unser Ausflugsguide war heute eine Künstlerin, hatte 6 Jahre in Köln studiert. Sie war voll des Lobes über Deutschland und ihr eigenes Land. Das war uns schon in Reykjavik aufgefallen, auch die Dame war sehr stolz auf ihr Land und hatte absolut nichts zu meckern. Wir mussten allerdings etwas meckern bei dem Fußball D/DK! Was soll`s, wir haben gewonnen.

Im Hafen von Akureyri lag schon die „AIDA mar“, 256m lang und mit 2500 Passagieren besetzt! Am Godafoss gab es dann auch reichlich Betrieb, allerdings nur von unseren Leuten. Sigrid, Werner und wir kennen den noch von vor 12 Jahren, da waren wir allein dort. Auch das Hotel, das uns so nett damals aufgenommen hatte, steht noch, allerdings mit anderem Besitzer. Akureyri hat 17000 EW und macht bei diesem schönen Wetter einen sehr guten Eindruck, wir besuchen noch kurz den nördlichsten botanischen Garten der Welt und sind dann wieder auf dem Schiff. Uda und Bernd hatten noch die Gelegenheit die Kirche zu besuchen. Die insofern etwas Besonderes darstellt, als dass sie die Fenster der Kathedrale von Coventry eingebaut hat. Die wurden vor der deutschen Bombardierung in Sicherheit gebracht und irgendein reicher Isländer hat die dann gekauft für diese Kirche. So hat es Bernd erzählt.

Die Fahrt durch den Fjord ist wunderschön, hohe schneebedeckte Berge zu beiden Seiten. Die Sonne geht heute um 0.51h unter und um 1.02h wieder auf. Jetzt haben wir 23.50h, es ist Zeit für das Bett!  

Doris und Uda sind zum Joga. Über eine Stunde ist schon vergangen, hoffentlich sind sie dort nicht eingeschlafen! Wir haben in der Nacht den Polarkreis gekreuzt, die Sonne geht vorläufig gar nicht mehr unter, die Temperatur beträgt allerdings auch nur 4°C. Gefühlt, am Bug, -5°C. H2O-Temperatur 1°C!! Unter uns ist erst wieder fester Boden nach 800 Metern. Gegen 11h wird die Polartaufe zelebriert, mit einem Glas Glühwein. Am Abend, so gegen 20.30h passieren wir dann auf dem Weg nach Spitzbergen die Insel „Jan Mayen“. Aber zwischendurch muss ich noch mal zum Tanz!

Die Polartaufe war ganz lustig. Es war zwar lausig kalt, aber in dicken Sachen mit Mütze und Handschuhen sowie Wolldecke ließ es sich aushalten. Die Crew hatte sich große Mühe gegeben zu diesem Spektakel. Jedem, der sich freiwillig „taufen“ lassen wollte wurde eine grünliche, klebrige Masse mit einer Klobürste auf die Haare geschmiert, dann bekam er einen Stempel auf die Wange und der Doktor spritzte jedem einen Schuss Wodka in den geöffneten Mund! Nach dieser Prozedur gab es einen Glühwein gratis. Ich war der einzige aus unserer Gruppe, der unbedingt Glühwein trinken musste.

Dann vervollkommneten wir unsere tänzerischen Fähigkeiten. Bei Sigrid und Werner artete das fast in Handgreiflichkeiten aus, irgendwer von den beiden zählte die Schritte nicht richtig und so stand man sich oft auf den Füßen, was wohl Unmut erzeugte! Uda und Bernd sind jetzt aber fit und können problemlos Polka und Sirtaki tanzen, Wiener Walzer üben sie noch etwas! Hat sich doch die Geldausgabe gelohnt. Über uns schreibe ich lieber nichts.

„Jan Mayen“ gehört zu Norwegen, ein Lavafelsklumpen, erreicht nach fast 24-szündiger Fahrt. Unbewohnt, von der Größe Gomeras. Früher gab es mal eine Walfängerstation, jetzt nur noch reichlich Seevögel. Bei 3°C rennen die Mädels draußen mit einem heißen, hochprozentigem Getränk herum und finden auch reichlich Interessenten. Es ist ein „Beerenberg“, benannt nach  dem gleichnamigen höchsten Berg, über 2200 m, auf der Insel. Leider ist seine Spitze verdeckt in den tief hängenden Wolken. Dafür haben wir soeben kleine Eisberge gesichtet, ganz nah am Schiff. Vom Beerenberg kommen mehrere Gletscher und kalben ins Meer.

Alle sind wohlauf, nur Doris macht der etwas stärkere Seegang zu schaffen. Vielleicht hat sie auch nur Angst vor den 3350 m bis zum Grund des Meeres. Aber nachdem es ihr wieder besser ging haben wir erst mal einen Spaziergang gemacht, 4x die Runde auf dem Oberdeck. Am vorderen Umkehrpunkt weht der Wind mit 70-80 km/h, was dann auch sehr erfrischend ist. Morgen früh werden wir wohl Spitzbergen erreicht haben, dann gibt es auch wieder etwas zu sehen und zu berichten. 

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