Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Marsa Alam zum Letzten
Nun haben wir unseren 2. Ausflug gemacht, „Jeepsafari in die Wüste zu einem Beduinendorf“. Der Jeep entpuppte sich als ein überdachter Kleintransporter mit an den Wänden verlaufenden Seitenbänken. Waren auch nicht sehr gut gepolstert, aber was soll`s. Das Beduinendorf war natürlich für die Touris errichtet, die eigentlichen Bewohner wohnten hinter dem Dorf in sehr viel primitiveren Hütten. Aber erst mal wurden wir in kleinen Gruppen herumgeführt, incl. Kamelreiten, Sonnenuntergang, Brunnenbesichtigung und Fladenbrotherstellung (bitte nicht nach Hygiene fragen!). Dann gab es, schon bei Dunkelheit, ein sehr gutes Essen, einzunehmen fast im Schneidersitz. Der Höhepunkt des Ganzen war dann die Show, Männergesänge, eine Reitervorführung und ein Derwischtanz, hierzu müssen wir sagen, so etwas hatten wir noch nicht gesehen! Der Mann drehte sich etwa 20 Minuten und beeindruckte mit seinen „Röcken“, war wirklich sehenswert. Dann ging es wieder durch die östliche ägyptische Wüste zurück. Haben es nicht bedauert. Ich habe mich mit einem Mitarbeiter der Reiseorganisation unterhalten, alle hoffen auf Reformen nach dem Abgang von Mubarrak. Ist auch dringend erforderlich. Wir gelten in den Augen der Ägypter als „Reich“, da wir es uns leisten können, mehr als ein Jahresdurchschnittseinkommen für so eine Reise auf zu wenden. Ein Lehrer verdient im Monat rund 40€!! Sicher gibt es auch andere Beispiele, aber auch das Hotelpersonal verdient nur Hungerlöhne, sind auf „Bakschisch“ angewiesen. Aber wir wissen natürlich auch, dass in Deutschland leider auch viele Leute von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, was wir als Skandal empfinden, doch da gibt es dann wenigstens noch eine staatliche Hilfe. Heute haben wir von unserem Ausflug eine DVD bekommen.
Ansonsten ist das Leben hier natürlich eintönig, abgesehen von einer Landstraße gibt es außerhalb der Tore nur Wüste. Trotzdem ist uns nicht langweilig, wir lesen so viel, wie noch in keinem Urlaub. Am frühen Morgen um 8 Uhr sind wir am Strand, die Sonne ist dann schon kräftig. Tgl. gehe ich dann 1 Std. schnorcheln, um 12.30h geht’s dann zu einem Imbiss, 2x täglich baden wir im Meer und um 16h verlassen wir den Strand. 19h ist dann Dinner! Und um 20.30h sind wir dann auch schon im Bett, alles sehr erholsam!
Nun haben wir seit 11 Tagen ununterbrochen den ganzen Tag Sonne von einem blauen Himmel. Das Wasser hat noch 25°C. Der Einstieg ist etwas gewöhnungsbedürftig, besonders, wenn man mit dem Wasser nicht so auf Du und Du steht. Das trifft auf Doris zu, was sie auch zugibt. Die Höhe des Wasserstandes an der Treppe schwankt zwischen den Wellenbergen um gut einen Meter! Nach anfänglicher Furcht vor der Tiefe, hier 6-8m, klappt jetzt der Ein- und Ausstieg hervorragend. Übrigens haben wir unseren Zimmerschlüssel wieder, er wurde gefunden, hatte ihn also an Land verloren. Wir waren eben noch in der Dunkelheit am Steg unterwegs, da kam uns der „Saftverkäufer“ entgegen, er sammelte die letzten Gläser ein. Auf unsere Fragen erzählte er dann, dass sein Tag um 6h anfängt und um 24 h aufhört, 7 Tage die Woche! Verdient allerdings mit Tips um die 50€ im Monat. Ist doch toll, oder?
Hatten heute den ganzen Tag starken Sturm mit entsprechendem Wellengang. Baden verboten. Wäre auch sehr leichtsinnig bei solch einem Wetter die Treppe zu benutzen. Um 15.30h sind wir zu unserem letzten Ausflug gestartet, Fahrt nach El Queisir. Hätten wir uns sparen können, aber das weiß man immer erst hinterher! Viel Dreck, 2 „Verkaufsangebote“, die peinlich waren und eine Ladenstraße für Touris, die keinerlei Ähnlichkeit mit einem Basar hatte. Eine Mosche und eine Koptische Kirche, wobei letztere bewacht wurde, hat man uns auch noch gezeigt. Wir haben es überstanden. Nun liegen noch 2 ruhige Tage vor uns, da wird nichts mehr passieren. Unser Aufenthalt hier hat uns sehr gut gefallen, wir wollten Sonne und Ruhe haben und das hatten wir reichlich.
Doris&Bernd