Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
Am 28.9. haben wir das Bundesland Quebec verlassen und Brunswick betreten. Brunswick, wie auch der nächste Staat Nova Scotia, ist ein sehr kleines Bundesland. Wieder liegt eine landschaftlich wunderschöne Strecke hinter uns. Die Laubfärbung, in Alaska ist es der Indian-Summer, nimmt immer stärker zu und dann alles bei strahlendem Sonnenschein. Wir waren dann auch irgendwie froh, einen englisch sprechenden Staat erreicht zu haben! Und das von uns, die kaum Englisch sprechen!! In Pointe-a-la-Croix überquert man einen Flussarm und ist in Campbellton mit einem netten VC. Außerdem wurden die Uhren wieder eine Std. vorgestellt. Das haben wir aber erst am Abend rein zufällig herausgefunden. Nach einer weiteren halben Stunde waren wir in Dalhousie und die haben einen CG als Town-Platz, jetzt geschlossen, aber die Schranke war offen. Ein Stadtbediensteter meinte, wir könnten hier so lange stehen, wie wir wollen. Prima! Wir sind die Einzigen, haben einen wunderbaren Standplatz mit Blick auf die Chaleur Bay und das alles umsonst! Nach dem Essen haben wir noch ein Feuer entzündet, es ist am Abend doch schon empfindlich kalt. Trotzdem haben wir es nicht lange ausgehalten.
Von Dalhousie über Bathurst nach Tracadie-Sheila. Das Wetter war nicht besonders und auch landschaftlich hat dieser Teil der Strecke, die auch am St.Lawrence Gulf liegt, nicht viel zu bieten. Wir waren heute mit der „Führung“ dran, es war abgemacht, einen Geldautomaten zu finden. Der lag dann auch gut sichtbar an der Straße, man musste nur rechts abbiegen, was ich tat. Nachdem ich mein Geld hatte, wunderte ich mich, dass unsere Partner stramm geradeaus fuhren, zumal Doris das Gefährt bis 30 m an die Hauptstr. gefahren hatte und selbst draußen stand. Nun, das kam schon manchmal vor. Wir also hinterher und haben sie nicht mehr gefunden. Waren sie nun vor oder nach uns? Nach 10 km angehalten, genau 15 Min. gewartet, 5 km wieder zurück. Niemand in Sicht. Weitere 20 km auch noch niemand, wir wieder 30 Min. gewartet. Dann weiter bei heftigem Regen, wir wollten uns nach der nächsten größeren Stadt einen Platz im Grünen suchen. Zufällig sehe ich oberhalb der Strecke einen Walmart und da stehen sie!! Kaum zu sehen. Nachdem ich mehrere Verstöße gegen die StVo begangen hatte, habe ich erst mal Dampf abgelassen. Aber dann war es auch gut! So, nun stehen wir wieder auf einem Parkplatz, nicht sehr zünftig, aber was soll es, es regnet sowieso. Doris säuert gerade den Fisch, den es bald gibt und ich hole den gut gekühlten Weißwein aus dem Keller!
In der Nacht hatte der regenschwere Sturm an unserer Kiste mächtig gerüttelt. Beim Start am Morgen hatten wir sehr starken Nebel, der sich aber wieder lichtete. Pünktlich zur Mittagszeit begann es wieder zu regnen und das tut es jetzt, nachdem wir zum Stehen gekommen sind, immer noch. Wir stehen in Cape Tormentine, winziges Nest, das man nicht kennen muss. Aber hier gibt es ein inzwischen geschlossenes VC, dahinter stehen wir! Ansonsten war die Fahrt heute dem Wetter angepasst, trüb. Nur ein kleiner Ausflug bei Bouctouche an der Northumberland Strait ist erwähnenswert, wo es auf einer vorgelagerten Landzunge einen kilometerlangen Strand gibt.
In der letzten Nacht tobte erneut ein Unwetter, doch am Morgen ging es. Teilweise schien die Sonne. Nova Scotia empfing uns mit einem sehr schönen, großen, mit kompetenten Leuten besetztem, VC. Haben eigentlich den ganzen Tag damit zugebracht, die Bay of Fundy (Kanadas „Wunder“-Bucht) ab zu fahren. So wie in Brunswick fiel auch hier auf, dass sehr viele Leute auf dem Land ihr Haus noch mit Holz beheizen. Große Holzhaufen auf den Grundstücken künden davon. Noch etwas lustiges: wir haben lange gebraucht, bis uns der Sinn eines Verkehrsschildes aufging, darauf steht HIDDEN DRIVEWAY! Vielleicht bekommt die Leserschaft das schneller hin.
Die Bay of Fundy ist wirklich ein Wunder. Zweimal täglich fließen in diesen kleinen Meeresarm 1 Bill. Liter Wasser rein und auch wieder raus! Der Tidenhub ist an einigen Stellen wohl 14-15 m hoch. Wenn das Wasser nun aus der Bay in die kleinen Flüsse fließt, wird die Fließrichtung einfach umgedreht, dann baut sich dort eine 3-4 m hohe Welle auf. Das ist für einige Orte, wie z.B. Maitland, am Shubenacadie River gelegen, die Gelegenheit, mit einem Schlauchboot den Ritt auf der Gezeitenwelle anzubieten. Das wollen wir morgen machen. Jeder wird mit Schutzanzügen ausgerüstet, trotzdem sind trockene Sachen und Handtuch Pflicht. Heute, am 1.10., ist unsere 3.-vorletzte Nacht. Wir stehen etwas abseits der Straße, wieder einmal auf einem kleinen geschotterten Platz. Und zum 3. Mal in Folge regnet es. Wir haben immer noch etwas Holz, doch an Lagerfeuer ist nicht zu denken.
Nachdem es gestern beinahe unsere Kiste weg gespült hätte, haben wir heute Kaiserwetter! Die Umschwünge sind schon happig. Nun also der Ritt auf der Gezeitenwelle. Wir hatten es uns eigentlich krasser vorgestellt. Sicher, nass und dreckig sind wir alle geworden und die Wellen (es war nicht nur eine einzige) waren recht ordentlich. Doch es bestand nie die Chance, aus dem Boot geworfen zu werden! Beeindruckend ist natürlich, in welch kurzer Zeit das breite Flussbett sich füllt. Zum Ende der 2 Std. wurden wir noch mal in den Uferschlamm gescheucht. Man sinkt gut bis zum Knie ein, warm und weich! Manche wussten das und waren so angezogen, dass sie die Uferböschung, wie in einer Wasserrutsche herunter konnten. Duschen war im Anschluss natürlich möglich.
Auf der Weiterfahrt haben wir noch einen sehr markanten Punkt an der Steilküste, Burncoat an der Cobequid Bay, besucht. Das Wasser war schon wieder auf dem Rückweg und gab viel vom Ufer preis. Gegen 18h war der vorletzte Stellplatz unserer Reise gefunden, ein Waldweg, schon lange nicht mehr befahren.
Auch am letzten Tag unserer Reise wieder wunderbares Wetter. Über Windsor ging es die 14 nach Chester. Sehr schöne Strecke, noch besser war allerdings die 329, die Uferstraße der Aspotogan Halbinsel. Wir hatten Zeit und haben uns noch 1,5 Std. am Strand in der Sonne gegönnt. Ich war auch noch einmal baden.
Bei South Uniacke mussten wir dann leider auf den CG von KOA, die sind eins mit der Abgabestation!! Ist zwar Geldschneiderei, aber man findet hier in der Nähe von Halifax auch keinen „wilden“ Platz.
Unsere Reise neigt sich dem Ende, wir haben British Columbia, Alaska, Yukon Territory, Northwest Territories, Alberta, Saskatchewan, Manitoba, Ontario, Quebec, Brunswick und Nova Scotia besucht. Es war ein wunderschönes Erlebnis, alles ging ohne Blessuren oder Schrammen am Auto ab. Und das bei immerhin 19742 km! (Pro Tag 235 km)
Allen, die unseren Blog verfolgt haben, würden wir ebenfalls wünschen, soviel, in so kurzer Zeit zu sehen. Abgesehen von der Landschaft, braucht sich Deutschland sonst auf keinen Fall zu verstecken. Ich denke z.B. an die Stromversorgung und an unsere Städte.
Wir freuen uns jetzt wieder auf zu Hause!
Die allerletzten Grüße aus Kanada senden D&B