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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Kurs: Heimat

Die Passage war traumhaft, wir lagen oder saßen kurzärmlig auf den Liegestühlen auf dem Deck und die Landschaft glitt vorbei. Eine ganz andere Landschaft, nicht mehr karg, üppiges Grün war angesagt. Zu mindestens die hoch aufsteigenden Hänge am Fjord. Dahinter wieder schneebedeckte Berge. Wirklich eine Augenweide mit dem strahlend blauen Himmel. Selbst der Kapitän hatte so ein schönes Wetter hier noch nicht erlebt! Um die Mittagszeit wurde auf dem Lido-Deck ein fast mannshoher Eisblock aufgestellt und ein Besatzungsmitglied formte in kurzer Zeit daraus einen „Engelsfisch“. Irre. Ich glaube, der Schnitzer war ein Indonesier. Die Albatros machte in Tromsoe direkt in der Innenstadt am Kai fest. Wir sind dann noch 1,5 Std. bummeln gegangen. Eine sehr schöne Stadt. Alle Lokale hatten ihre Tische und Stühle vor die Tür geholt und so saßen die Norweger schon in hochsommerlichem Outfit auf der Straße. Die Menschen hier im Norden haben anscheinend sowieso ein anderes Temperaturempfinden wie wir. Man konnte das schon auf Spitzbergen sehen. Scheint die Sonne, laufen alle herum, als wären damit auch automatisch 30°C angesagt! Bei unserer Rückkehr zum Schiff hatte neben uns ein modernes Schiff der „Hurtigruten“ festgemacht, auch ganz schön große Schiffe. Tromsoe hat etwa 70 000 EW und hat längst die Insel gesprengt. Die Altstadt, mal nicht von den Deutschen zerstört, ist über 2 gleichartige Brücken mit dem Umland verbunden. Vom Stadtberg, Storsteinen, 420m hoch, hat man einen schönen Blick über die Stadt, es führt eine Seilbahn hinauf. Und da waren wir auf der Stadtrundfahrt auch, leider schob sich gerade eine Schleierwolke vor die Sonne, was den Blick etwas grau machte! Aber danach wieder volle Sonne! Wir besichtigten dann noch ein Museum der Samen und die „Eismeerkathedrale“. Toller Bau, lichtdurchflutet und mit einem Skandal um den Architekten, der die bunten, an Bleiglas erinnernden, Fenster nicht wollte, geschmückt. Tromsoe wurde um 20h verlassen und weiter ging es durch Fjorde bei Sonnenschein in Richtung Lofoten. An den Ufern viele Feuer, an denen die Norweger den 21.6. feierten. Heute, am Sonnabend, dürfen sie saufen, ohne morgen schon Konsequenzen zu fürchten! Nach einem Gesangsabend saßen wir alle noch auf dem Außendeck und bewunderten diese unglaublich schöne Landschaft (bei diesem Wetter!) Nun. um 0.15h, scheint die Sonne voll in unsere Kabine. Wir aber werden schlafen. Der Bordfunk weckte uns früh, um 7h stand die Einfahrt in den Trollfjord an. Sehr spektakulär. Dieser kurze Fjord ist an seiner schmalsten Stelle 91m breit und am Ende, wo das Schiff wenden muss, 280m. Dort drehte die Albatros auf der Stelle. Zu beiden Seiten ragen die Felsen bis zu 1000m in die Höhe. Das alles bei Sonnenschein! Inzwischen fahren wir durch die Inselwelt der Lofoten. Haben kurz vor Svolvaer, Verwaltungszentrum der Lofoten, auf Reede gehalten. Dort wurde eine Gruppe vom Schiff an Land gebracht, die einen Landtagesausflug gebucht hatten. Weiter bei Sonnenschein durch die Fjorde. Um 16.25h gingen wir dann in Leknes (3200 EW) von Bord zu einer Wanderung in die Umgebung mit herrlichen Ausblicken von den Hügeln. Die Landschaft hier, immer noch nördlich des Polarkreises, ist eigentlich zu dieser Jahreszeit wie bei uns. Saftiges Grün auf den Wiesen und blühende Büsche. Nur mit den freiwachsenden Bäumen haben sie hier ihre Schwierigkeiten, die sind etwas klein geraten! In der Nacht haben wir wieder den Polarkreis überschritten, so dass jetzt auch täglich wieder Sonnenuntergang und –aufgang angesagt werden. Heute Abend wird an Bord das „Buffet Magnifique“ zelebriert, mit einer anschließenden Musik- und Tanzshow. Galauniform ist angesagt! Vorher landen wir in Rorvik an und haben dort reichlich Zeit für einen Stadtrundgang. Auf so einem Dampfer sind die leiblichen Versuchungen enorm groß. Eigentlich kann man rund um die Uhr essen und trinken. Natürlich bieten Mittag und Abend dafür die besten Voraussetzungen. Neben einem großen kalten Büfett, kann man sich nach Karte etliche warme und kalte Vorspeisen, sowie Suppen bringen lassen. Dann der Hauptgang und ganz leckere Nachspeisen, auch Eis. Zu Hause essen wir zu Mittag nicht, dafür gibt es gegen 13h Kaffee und Tee mit etwas Gebäck. Aber hier! Da werden alle guten Vorsätze fallen gelassen! Ohne mich rühmen zu wollen, ich bin der einzige aus der Gruppe, der nicht zum Mittagstisch geht und wenn, dann nur einen kleinen Salat. Und dann bin ich jeden Tag 45 Minuten im Schweißsalon! Was man von den anderen nicht behaupten kann. Eventuell noch Doris, die auch manchmal in die Pedale tritt. Man kann ja auch herrliche Studien betreiben, je dicker der Hintern, desto größer der Hunger! Der Ort Rorvik war eine Enttäuschung, doch eins haben wir gelernt, wer nach Norwegen fährt, sollte sich seine Getränke mitbringen! Das Pack Rotwein, 3L, kostet um die 50€!! Zum Galadinner haben wir uns auch alle entsprechend angezogen! Sehr elegant! Wurden natürlich fotografiert und wir selbst durften vor der Zerstörung das Büfett fotografieren. Dann wurde ein Glas Champagner getrunken und um 18h begann der Sturm. Es war das vielfältigste Büfett, was wir je gesehen haben. Doch es ist auch eine Tatsache, dass man nach einer gewissen Zeit gesättigt ist. Wir haben uns alle Mühe gegeben, doch es blieb noch sehr viel zurück. Gleich im Anschluss eine 45 minütige Show, dann noch hoch in die Bar, doch irgendwie war die Luft raus und wir sind relativ früh über das Außendeck in die Kabinen. Wir sind inzwischen wieder auf offener See angelangt und das Schiff schwankt stark. Kurs Alesund.(Sprich Olesund!) Heute hatten wir alle unterschiedliche Ausflüge gebucht, wir eine Überlandfahrt nach Geiranger. Alesund hat mit Eingemeindungen 40 000 EW und hat eine komplette Jugendstil Innenstadt. Da hatten die Einwohner im Dezember 1904 Pech, in einer Nacht brannte fast die Gesamte Stadt ab, waren ja alles Holzhäuser. Das war damals eine nationale Tragödie, der Staat befahl, den Wiederaufbau der Stadt nur in Stein. 200 Architekten aus ganz Europa zeichneten die 600 Häuser und in 3 Jahren war wohl alles fertig. Im Krieg wurde nichts zerstört. (Info vom Guide!) Von Alesund zur Trollwand, 1000 m hoch, aber nur 300 m gesehen, der Rest in den Wolken. Anschließend Lunch im „Meier`s Trollstigen Camping und Gasthof) Das Essen war umwerfend, eigentlich noch besser, als auf dem Schiff, weil alles frisch war. Dann Auffahrt zu den Trollstigen. Dort waren wir schon mal vor 15 Jahren bei sehr schlechtem Wetter. Aber diesmal war alles anders, nur das Wetter nicht! Die Straßenführung im unteren Abschnitt wurde verändert, und auf der Passhöhe gibt es jetzt mehrere wunderbare Aussichtsplattformen. (Vor einer Woche eingeweiht!) Der Blick von dort hinunter ins Tal auf die 11 Haarnadelkurven ist schon sehr beeindruckend. Wir hatten uns gerade satt gesehen und auch einige Fotos gemacht, dann waren wir von Wolken eingehüllt. Der 3. Punkt war der Gudbrandsjuvet, ein Wasserfall, der sich durch enge Felsen quetscht. Und dann der Blick auf den Geirangerfjord von der Adlerkurve, 620 m ü.d.M. Ganz toll, wenn da nicht 4 Kreuzfahrer unten ständen und viele Tenderboote geschäftig über das Wasser glitten. Es gibt inzwischen eine heftige Diskussion über Tourismus auf der einen Seite und Kulturlandschaft auf der anderen! Auch Geiranger hat sich bis zur Unkenntlichkeit verändert, alles ist auf den Tourismus ausgerichtet. Auf unserer Fahrt kamen wir durch das nördlichste Obstanbaugebiet Europas. Vorrangig werden hier in Valdal Erdbeeren angebaut! Zur Zeit erntet man hier bis zu 900 Tonnen. Nebenbei: Der Staat zahlt jedem Bürger, der nicht die Mindestgrenze erreicht, 150 000 Kr/Jahr Rente (= 1655,-€/Mo) Auch nicht so schlecht! Am vorletzten Tag unserer Reise sind wir soeben in Bergen eingefahren. Bei Sonnenschein! Die Stadt hat 240 000 EW und ist auf 7 Bergen gelegen. Wir liegen neben der „Queen Vicroria“, 294 m lang, 2100 Passagiere und 1001 Mann Besatzung. Nun gehen wir in die Stadt, die anderen haben am Vormittag Ausflüge gebucht. Nachdem Bergen seinen Hauptstadtstatus an Oslo abtreten musste, wurde nach neuen Attributen Ausschau gehalten. Man fand 2, „regenreichste“ und „schönste“ Stadt Norwegens. Mit dem Regen klappte es bei uns nicht. Aber es war wirklich die schönste Stadt auf unserer Reise! Wir sind am Vormittag reichlich 2 Std. durch die Innenstadt gelaufen, besonders gefiel uns der Fischmarkt und „Bryggen“, ein altes Hanseviertel, ganz aus Holz gebaut. Es ist zwar noch nicht fertig restauriert, doch man ist dabei. Am Nachmittag hatten wir eine Wanderung auf den Berg Floyen. Die ersten 310 m fuhren wir mit einer Standseilbahn. Die Aussicht war bei dem schönen Wetter fantastisch. Dann ging es weiter auf 590 m, wobei sich die Spreu vom Weizen trennte! Nach 3,5 Std. waren wir wieder auf dem Schiff. Heute gab es noch mal eine letzte Show. Und die war richtig gut. Bis Mitternacht haben wir den Sonnenuntergang, 23.09h, an Deck bei wärmenden Getränken und angeregten Gesprächen verfolgt. Man wähnt sich schon heimisch bei 18°C! Heute nur auf See, bzw. am Anfang noch in den Fjorden, auch im Lysefjord mit dem Priesterstuhl. Gewaltig! Das Wetter sonnig, aber kalter Wind auf den Außendecks, so dass man es nur warm eingemummelt auf seiner Liege aushielt. Die Nordsee ist ruhig und wir sind schon mit den Auscheck-Formalitäten beschäftigt, u.a., wie verteilst du die Trinkgelder. Aber verdient haben sie sich alle was. Nirgendwo wurden wir bisher über eine so lange Distanz immer bleibend freundlich und vorausschauend bedient. Du musstest schon am frühen Morgen auf dem Weg zum Frühstück ständig das Lächeln erwidern, was mir nicht so ganz leicht fiel. Tanzkurs heute erfolgreich beendet, mit Urkunde. Ihr glaubt nicht, was wir jetzt alles tanzen können! Resümee: Die Kreuzfahrt hat uns sehr gut gefallen, man wurde von „Hacke bis Nacke“ bedient und es war unmöglich sich nicht wohl zu fühlen. Von der leiblichen Versorgung gar nicht zu reden. ABER so ganz ist es halt doch nicht unser Ding! Wir wollen in den nächsten Jahren, so lange wir fit sind, noch selbst entscheiden, wo es lang geht. Am Freitag sind wir am Nachmittag wieder in Zehdenick. Allen, die diese Zeilen gelesen haben, herzliche Grüße von Doris&Bernd
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