Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.
In Grande Cache hat es sich plötzlich ergeben, dass wir in der Libary wieder I-Zugang hatten, also schnell etwas abgeschickt. Dieser Ort, G.C., wurde erst 1969 gegründet, hat jetzt 4300EW und hat uns von den bisher gesehenen Orten am besten gefallen. Auf der Weiterfahrt haben wir bei wunderschönem Wetter Station am Grande Cache gemacht und alle sind auch ins Wasser gegangen! Nach etwas über 100 km haben wir gegen 14.30h unser Lager aufgeschlagen, wieder an einem Fluss. 30m breit, mittelstarke Strömung und glasklar. Die Anfahrt war abenteuerlich. Aber unsere Stühle stehen nun so, dass die Füße das Wasser erreichen! Und dann das Rauschen und auch noch ganz allein!
Wir haben den 19.8. und viel vor. 16 km vor Jasper hatten wir uns einen preiswerten CG, Snaring River, ausgesucht und am Vormittag auch keine Mühe, einen Stellplatz zu finden. Der CG liegt schon im NP und da musste man Eintritt bezahlen. Werner und Sigrid bezahlten für 5 Tage 83 CAD. Wir hatten ganz am Anfang unserer Reise einem Pärchen einen Park Pass für ganz Kanada für 80 CAD abgekauft. Der hat sich also schon rentiert, wir wurden gleich durchgewinkt. Ein Auto blieb stehen, mit dem anderen sind wir dann zur sechsten Brücke des „Maligne Canyon“, wo die 2 stündige Wanderung entlang des Canyon zur ersten Brücke startete. Eine interessante Wanderung mit viel Staunen. So etwas hatten wir bisher auch noch nicht gesehen. Der Maligne River, der durch den tiefen Canyon rauscht wird durch die unterirdischen Kavernen eines Berges, der am Medicine Lake liegt, gespeist. Dieser Berg ist wie ein Schweizer Käse durchlöchert und speichert das Wasser, welches er später an den Maligne River wieder abgibt. Dann eine Bootsfahrt auf dem Maligne Lake, der durch die umliegenden Gletscher gebildet wird. 22 km lang und auch recht breit. Kein einziges Segelboot! Im Winter und das sind hier 7 Monate, bildet sich eine 3 Meter dicke Eisschicht. Das Wetter verhalf der Landschaft zur Höchstform! Steil aufragende Berge mit Gletschern rahmen den See ein.
Danach waren wir total fertig und mussten erst mal auftanken. Das haben wir in der „Weltbekannten“ Fairmont Jasper Park Lodge bei einem Bier getan! Man fühlte sich dort mehr in Österreich, als in Kanada. Die Landschaft hier in den Kanadischen Rockies ist einfach traumhaft. So, nun werden am Feuer, Holz gibt es in Hülle und Fülle kostenlos, die Pläne für morgen geschmiedet.
Bei der Fahrt nach Jasper kam uns an der rechten Straßenseite ein Wolf entgegen! Jasper ist ein recht netter Ort. Liegt auf 1062 m und hat 4300 EW. Gepflegte Geschäfte und Wohnhäuser, auch außerhalb der Hauptstraße. Die Touris fühlen sich dort sicher wohl, zumal dort fast alles, vom Schnulli bis guten Outdoor-Klamotten, angeboten wird.
Anschließend sind wir mit einer Kabinenbahn von Jasper von 1304 m auf 2277 m aufgefahren und von dort noch auf den Gipfel des Mt. Whistlers, 2469 m, gewandert. Das alles bei Sonnenschein. Den zweiten Berg, Mt. Edith Cavell mit 3367 m, mussten wir leider streichen, die 12 km lange Zufahrtsstraße war geschlossen. Dafür hatten wir dann das Glück gehabt, eine Schwarzbärin mit ihrem Jungen aus nächster Nähe zu beobachten, die genüßlich Beeren rupften! Dann die Athabasca Falls besichtigt! Die wievielten Falls?? Aber jeder ist anders, es wird nie langweilig.
Der CG am Abend war dann am Mt. Kerkeslin (2955 m), direkt am Athabasca River.
Am 21.8. fuhren wir auf dem „Icefields Parkway“, reich an Attraktionen, vergleichbar mit der „Ocean Road“ in Australien. Nur sind es hier die hohen Berge, die Gletscher, die Flüsse und die Seen, die mit ständig wechselnden Farben aufwarteten. Am Athabasca Gletscher haben wir natürlich eine Gletscherwanderung gemacht. Es war windig und kalt. Auch hier ist der Rückgang des Gletschers gut zu sehen. Entlang des Saskatchewan Rivers ergaben sich immer wieder tolle Aussichten. Ständig waren kurze Wanderungen angesagt und auch die Wasserfälle waren wieder toll. An den Sunwapta Falls, 4 km Wanderung, sind wir auf einen Schwarzbären gestoßen, doch der hat leider sehr schnell die Flucht ergriffen! Auch der Mistaya Canyon mit seinem tosenden Wasser hat uns gefallen. Geklettert sind wir an den Panther Falls, also eigentlich haben wir alles gemacht, was man so als 68-jährige Truppe macht! Am Bow Summit haben wir dann mit 2088 m den höchsten Punkt des Parkways überschritten und sind noch einen Trail am Peyto Lake gelaufen. Nun stehen wir auf einer Rest Area am Bow Lake, allerdings ist von 23-7h hier das Parken untersagt. Wir wollen es trotzdem versuchen, vielleicht haben wir Glück und es kontrolliert keiner!
Denkste! Ein Deutscher erzählte uns Schauergeschichten von Kontrollen, die er selbst im Park erlebt hätte. Wir haben ihm geglaubt und sind Zähne knirschend auf den nächsten CG gefahren! Aber da war es für 15.70 CAD auch nicht wirklich schlecht.
Dann Lake Luise, wo wir schon mal zum Ski laufen waren. Natürlich haben wir, bis auf das Chateau, nichts wieder erkannt! Sind aber gleich auf den Fairview Lookout (1964 m), von wo aus man einen fantastischen Blick auf den See (1731 m) und das Chateau (350 Zimmer!)hat. Am See waren um diese frühe Zeit schon viele Touris unterwegs, entweder zu Fuß oder mit dem Kanu (1 Std. 50 CAD!). Später dann zum Lake Moraine (1887 m), der mit einen tollen Türkis aufwartete. Das beste Foto war aber nur von einem gewaltigen Felshaufen zu bekommen und ohne sich umzusehen, sind wir den jungen Leuten halsbrecherisch über im Wasser liegende Baumstämme und dann über Felsen geklettert. Einfacher wäre eine 100 m weiter entfernte Treppe gewesen! Weiter eine Wanderung über 2,5 km am See entlang bis zum Gletscherzufluss. Eigentlich wollten wir heute auf der Weiterfahrt nach Banff einen wilden Platz suchen, doch die Parkbehörden haben auch mit gedacht und überall, wo es möglich gewesen wäre, Schranken angebracht! Nun stehen wir wieder auf einem CG. Aber es werden auch wieder andere Zeiten Kommen!
Heute am 22.8. haben wir übrigens Bergfest und wollen das gebührend feiern! Schon vor Tagen haben wir für die geistig anregenden Getränke gesorgt. Werner, unser Statistiker, hat bekannt gegeben, über 11129 km haben wir schon abgespult! Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Aber wirklich, gesehen und erlebt haben wir schon unheimlich viel! Und richtig Freundschaft haben wir mit den kanadischen Mücken geschlossen! Na ja, irgend ein Leiden muss man ja haben!
Euch allen herzliche Grüße! D&B