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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Kanada 12

Nicht wundern, wir sind mit der Nummerierung etwas aus dem Takt gekommen!

In der Nacht fing es an zu regnen, es hat geschüttet. In Whitehorse, wo wir noch einmal waren, sprach uns ein junger Deutscher an. Er war mit dem Auto und Zelt unterwegs, war jedoch für die Nacht in ein Hotel geflohen. Das ist einer der Vorteile, die ein Wohnmobil bietet.  Ansonsten gibt es nichts weiter  zu berichten. Doch, Doris und Sigrid haben heute große Wäsche gemacht, ist recht einfach in den Public Laundrys. Jetzt muss ich raus, Werner hat schon wieder das Feuer entzündet. Wir stehen fernab der Straße am Yukon.

Heute am 10.8. sind wir über 400 km gefahren. Am Vormittag waren wir froh im Auto zu sitzen, es regnete wie schon in der gesamten Nacht. Nachmittags Besserung und auch noch einen kleinen Spaziergang zu den Rancheria Falls unternommen. Dann das Kuriosum schlechthin. Das Visitor Center in Watson Lake ist von Schildern aus aller Welt eingeschlossen. Nach der letzten Zählung, die einmal jährlich vorgenommen wird, hängen dort an senkrechten Pfählen 65 000 Schilder!! Viele auch aus Deutschland. Nummernschilder, Ortseingangs- u. ausgangsschilder, Berufs- u. Namensschilder und v.a. Ganz verrückt. Sehr gute Informationen bekamen wir auch. Vorbeigefahren sind wir an einer Unmenge kleiner Seen, die man von der oben verlaufenden Straße gut sehen kann. Nach unseren Vorstellungen denkt man immer, Mensch, hier müsste man ein Wochenendgrundstück haben! Aber es führen keine Wege dorthin, das Ufer überall jungfräulich. Die Größenverhältnisse, die uns schon in Australien so beeindruckten, sind hier im Norden auch überall zu finden.

Unter einer langen Brücke, die den Teslin River überquert, haben wir uns Mengen an angebabbten Nestern der Amerikanischen Klippenschwalben angesehen. Nun stehen wir auf einem großen, ausgedienten Straßenbauplatz, der inzwischen vom Grün der Natur zurück erobert wurde.

Den Abschnitt des von uns heute befahrenen Alaska HWY empfanden wir als einen der schönsten. Gleich am Anfang, also nach Watson Lake, warnt dich eine große Tafel über der Straße, dass Bisonherden an, bzw. auf der Straße sind und du die Tiere nicht bedrängen sollst! Aber es dauerte bis wir außer Fladen dann auch endlich die dazu gehörigen Tiere sahen. Bisons, die zu 10 Millionen in den Weiten der Prärie herum liefen, hatte der eingewanderte Jäger  mit seinen Waffen fast ausgerottet. Einige wenige fanden sich dann noch und wurden hier in Kanada mit den größeren und vom Fell her auch dunkleren Waldbisons zusammen getrieben. Sie vermischten und vermehrten sich stark und bilden heute wieder kleine Herden, die hier frei herum laufen. Allerdings sind diese Tiere stark von Tuberkulose und Brucellose befallen. Weiter oben, im Wood Buffalo NP, gibt es rein rassige Waldbisons, die gesund sind. Wenn alles nach Plan verläuft, dann sehen wir die auch noch, doch bis zum Great Slave Lake sind es noch etliche Kilometer.

Dann lagerten 2 Herden an der Straße. Teilweise gewaltige Tiere, die sich durch die wenigen Autos auch nicht stören ließen. Der gesamte HWY demonstrierte die geringe Bevölkerung hier im Norden, von Watson Lake bis fort Fort Nelson, immerhin über 500 km, keine nennenswerte Ansiedlung. Es gab noch 2 erwähnenswerte Stellen, die Smith Falls, wo wir halsbrecherisch gut 50 höhen Meter überwanden, um an die Falls zu kommen. Dann natürlich die Liard Hot Springs. Das sind natürliche Becken, die von heißem Wasser durchströmt werden. Fängt mit 53°C an!! Da geht natürlich niemand rein. Aber auch die restlichen zwei Becken haben es in sich. Hat uns auf alle Fälle Spaß gemacht. Der Liard ist ein großer und zu manchen Zeiten auch sehr wilder Fluss, der  ganze Bäume ausreist und die dann in irgendeiner Kurve ablegt. Das haben wir uns angesehen, unglaublich. Ansonsten ist er herrlich breit und hat auch an seinen Ufern teilweise Sand zu Stränden aufgebaut. Der Liard und auch der Alaska HWY verlaufen in einem breiten Tal mit fantastischen Bergen zu beiden Seiten. An einer Querung überfährt man die älteste Hängebrücke des HWY`s, von 1943!

Am Muncho Lake, einem 11  km langem See, auf dem auch Flugzeuge wassern und starten, hat uns ein naturbelassener CG für wenig Geld besonders gefallen und dort stehen wir nun. Der See steht in allen Reisebüchern wegen seiner angeblich jadegrünen Farbe. Man muss allerdings schon viel Glück mit dem Lichteinfall haben, um das zu sehen! Unsere Stühle haben wir auf dem steinigen Ufer aufgestellt, der Blick in die Umgebung ist Romantik pur! Die Wassertemperatur erreicht schon tropische 15°C, also ist Baden angesagt!     

Der Straßenverlauf entlang des Sees auf der einen Seite und den sofort steil aufsteigenden Bergen muss damals eine enorme Herausforderung gewesen sein.

Heute, Sonntag der 12.8., war der Tag der Caribous und der Goats (Bergziegen), die alle am Rand der Straße dahin trotteten. So richtig scheu sind sie nicht mehr. Gesehen haben wir aber auch einen Elch und aus nächster Nähe einen kleinen Fischotter, der sogar einen Fisch fing, den aber schnellstens in seinen Bau brachte. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich und wunderschön.

Herzliche Grüße   D&B

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