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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Marokko 5

Hallo Freunde!

Unsere Rundreise neigt sich dem Ende zu, heute am 2.11. fuhren wir über Taroudant wieder nach Agadir. Morgen noch ein Ausflug in den Süden und dann beginnt die Erholungswoche im Hotel Tivoli. Irgendwie wird es auch Zeit, Werner und Doris haben Magenprobleme, von Sigrid hörte ich eben, dass auch sie nicht verschont ist. Wie es Uda u. Bernd geht weiß ich noch nicht, die verschwanden ganz schnell auf ihr Zimmer.

Die Fahrt war heute lang und dazu auch noch langweilig. Bis wir an ein blau blühendes Feld kamen, sah aus, wie Krokusse. Safranblüten! Der Anteil Marokkos an der Weltproduktion soll 20% betragen. Safran wird aus den 3 Staubgefäßen der Blüte gewonnen. 200 000 Blüten benötigt man für 1 Kg. Bis zu 12 Blüten kann man in der Ernteperiode von einer Zwiebel ernten. 1 g kostet 3-4€! All der echte Safran, der auf afrikanischen und asiatischen Märkten gaaaanz billig angeboten wird, ist natürlich gefälscht. Alle, außer mir, tranken dann Safrantee. Bernd meinte, der Geschmack erinnere ihn an Karbol! Vielleicht dachte er aber auch an „Karbolmäuschen“!

Im Süden sieht man die traditionelle Kleidung noch relativ häufig, besonders bei den Frauen. Aber auch die älteren Männer laufen hier in ihren Jelabas herum. Einen solchen alten Mann haben wir heute getroffen, er hatte seinen Verkaufsstand mit vielen Steinen und Drusen bei einem Aussichtspunkt aufgebaut. Da steht er nun jeden Tag und versucht seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dann endlich kommen die ersehnten reichen Touristen. Er läuft herum und erklärt den gelangweilten Besuchern, die sogar noch seine eigenhändig erbaute Toi benutzen ohne den vorgeschriebenen 1 Dirham zu bezahlen, seine Steine. Und keiner kauft etwas. Sehr deprimierend. Werner rettete unser aller Ansehen, er kaufte einen Stein für 2€!

In Taroudant eine kurze Kaffeepause mit Gang über den Markt. Hätten wir nicht gebraucht, stand aber im Programm. Märkte und Souqs reichen uns jetzt!

Nach Durchquerung der fruchtbaren Souss-Ebene erreichten wir Agadir, die moderne, 800 000 EW große Stadt am Atlantik.

Heute, 3.11., ist der letzte Tag der Rundreise und wie wir heute Abend wissen, sicher die landschaftlich schönste Fahrt durch den Anti-Atlas. Sonne pur und in 1200 m Höhe noch 26°C. Der Wendepunkt unserer Fahrt war der kleine Ort Tafraoute, eingebettet zwischen Talwänden mit verwitterten (Wollsack-Erosion) Granitblöcken. Grandioser Anblick!

Dann noch die Crew verabschiedet mit einem Trinkgeld!

4.11. Kurz vor unserer Abreise habe ich mir das Hotel Tivoli, wo wir ja die restlichen Tage „entspannen“ wollten, im Internet angesehen. Die neuesten Kritiken waren vernichtend! Der Reiseveranstalter war auch nicht weiter aussagefähig. Na toll. Auch vor Ort hörten wir, es gäbe mit dem Tivoli Ärger. Folgenden Plan hatten wir gefasst, nach dem Einchecken gehen erst einmal die Frauen auf die Zimmer zur Inspektion, die Männer bleiben mit dem Gepäck erst einmal sitzen. Könnte ja sein, dass die Zimmer getauscht werden müssen.

9.40 Uhr Abfahrt aus dem Tildi. Die Ankunft im Tivoli gestaltete sich sehr unaufgeregt, ein großer sauberer Empfangsbereich mit nettem Personal. Die Frauen kamen mit erhobenen Daumen von ihrer Inspektion zurück! Die Zimmer sind groß, sauber und zweckmäßig eingerichtet. Balkon zum Pool und Meer. Die Poolanlage sehr großzügig mit reichlich Liegen. Poolbar und Restaurant gut zu erreichen, was will man mehr? Wir haben uns eingerichtet und dann an den Pool. Liegen belegt und die Bar getestet, der Gin-Tonic ist ausgezeichnet! Und da wir hier AI haben, soll man auch nicht so sparsam sein. Um 13 Uhr wurde zum Lunch geblasen. Große Auswahl, die Beste bis jetzt in Marokko. Sehr freundliche Bedienung und gut schmeckende Weine, Weiß, Rot und Rosè.

Wir sind alle ganz happy und weisen darauf hin, dass man nicht unbedingt alles glauben soll, was so im Internet steht!

Um 16 Uhr setzte Regen ein, richtiger. Für Land und Leute freut uns das, für uns ist das nicht so schön. Übrigens, Agadir hat 340 Sonnentage im Jahr, da sollten wir auch noch welche abbekommen.

Mi u. Do Sonne pur. Ich bin heute mal ans Meer gegangen und habe natürlich gebadet. Die anderen sind alle „Warmduscher“, außerdem fürchten sie sich vor der Brandung. Aber die war heute gar nicht so hoch, wie ich sie gern gehabt hätte. Dann haben wir heute einen Supermarkt fast gegenüber dem Hotel entdeckt. Er führt eine Unmenge Waren, doch was uns so begeisterte, alles zu Festpreisen. Sehr angenehm und keiner bedrängt einen zum Kauf.

In einem Ledergeschäft hat Bernd gestern Lederjacken anprobiert, nur so. Bei jeder neuen Jacke hat Uda mit Unverständnis reagiert! Das macht man in Marokko schon gar nicht, die Männer bevormunden, wo kämen wir denn da hin? Auf jeden Fall meinte der Verkäufer diplomatisch zu Bernd “Schöne Frau, aber schwierig!“

Ebenfalls Bernd, gibt einem Ober ein Trinkgeld, der antwortet: „Danke, macht nichts, macht nichts!“

7.11. sind heute mit einem Taxi in den Fischereihafen gefahren. Teilweise kamen die Boote noch herein, die Sardinen wurden ausgeladen, gesalzen und verkauft. Das Treiben auf den Booten muss man gesehen haben und darf es nicht nach deutschen Normen beurteilen! Wir waren weit und breit die einzigen Touristen. Im Angesicht der Boote meinte Bernd, nun wäre ihm klar, warum die Marokkaner so oft Allah anrufen würden!! In die Fischauktionshalle haben sie uns leider nicht hereingelassen. Dann noch in den Yachthafen, der fiel allerdings etwas bescheidener aus. Ansonsten tolles Ambiente. Zurück am Strand bei auflaufendem Wasser. Auch für Morgen sind 31°C angesagt.

Was wir heute gemacht haben? Faul in der Sonne und uns bemüht den AI-Aufschlag abzuarbeiten! Am Nachmittag noch mal an den Strand und Richtung Norden gelaufen, das geht 50 Minuten, dann ist Schluss, das Militär pfeift einen zurück, den 200m weiter ist der Sommerpalast des Königs!

Morgen wollen wir noch mal zur Kasbah fahren, von dort hat man einen großartigen Überblick über Agadir.

Mit dieser letzten Nachricht will ich „Marokko“ schließen, ein interessantes Land, für afrikanische Verhältnisse schon recht modern und total elektrifiziert, was wir immer wieder bewundert haben.

Grüße von Doris+Bernd, Sigrid+Werner und Uda+Bernd aus Agadir

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