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Information für Familie und Freunde über unsere Gedanken und Eindrücke auf Reisen.

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Marokko 3

Hallo liebe Leser!

Zuerst haben wir die Menaragärten besucht, Obstplantagen aus dem 19.Jh. mit einem 200x100x6 m Wasserbecken, das von den nahen Bergen gespeist wird. Übrigens sind da 4000der Berge dabei, wo man auch Ski laufen kann!

Weiter zu den Saadier-Gräbern, die am Ende des 16.Jh. angelegt und von Mulay Ismael zugemauert wurden. Erst 1917 entdeckten Franzosen den Eingang durch den man sich heute zwängen muss. Die Grabgebäude sind wunderschon gestaltet.

Dann durch die Altstadt zum Bahia-Palast gelaufen. Ein teilweise infernalisches Verkehrschaos begleitete uns bis dahin. Dieser Bahia-Palast aus dem 19.Jh. vermittelt einen guten Eindruck über die Gestaltung der reichen und prunkvollen Ausstattung orientalischer Fürstenhäuser. Vor allen die Stuckarbeiten lassen immer wieder erstaunen!

Dann noch einmal „Platz der Gaukler“ mit Noss-Noss in einem Dachgarten. Danach warteten die größten Suqs Marokkos auf uns! Der reinste Wahnsinn! Ohne Führung ist Verlaufen vor programmiert! Hier sind neben unzähligen Verkaufsläden, die alle mit Waren überfüllt sind, Töpfer, Tischler, Kupferschmiede, Wollfärber, Eisenbieger, Gerber, Gewürzhändler und Quacksalber die ganze Straßen füllen. Das unschöne an solchen orientalischen Läden ist, schaust du länger als 2 Sekunden auf ein Stück der Auslagen oder nimmst du es gar in die Hände, um es zu prüfen, stürzt sich der Verkäufer auf dich und beginnt das Verkaufsgespräch! Du willst gar nicht kaufen, aber das wird nicht akzeptiert! Also läuft man nur durch. Fragst du mal nach einem Preis, dann hast du schon einen riesengroßen Fehler begangen! Zum Ende unseres 1-stündigen Durchgangs führte man uns in eine Naturmedizinische Apotheke, wo man uns eine ganz tolle Show vorführte, natürlich zum Zwecke des Kaufens!!

Wir waren froh, wieder den Platz der Gaukler mit dem Minarett der Koutoubia-Moschee zu erreichen. Übrigens sind alle Minarette in Marokko quadratisch mit 3 oder 5 Kugeln als Spitze. 3 Kugeln symbolisieren die 3 großen monotheistischen Religionen, Islam, Christentum und Judentum. 5 Kugeln: die 5 Säulen des Islam, Allah ist der einzig wahre Gott und Mohammed sein Prophet, 5x am Tag das Gebet verrichten, 1x im Leben nach Mekka pilgern, den Armen Almosen spenden und das Fasten! Marokkaner sind über 90% Sunniten.

Den restlichen Nachmittag am Pool.

Am Abend bringt uns ein Bus zu Chez Ali, einer folkloristischen Show „Fanthasia“ mit vielen Reitern, Bauchtanz und Musikgruppen. Alles in allem, sehr gut gemacht, etwas fürs Auge. Gegen Mitternacht wieder im Hotel.

28.10. Es ist wieder warm und eigentlich wollten wir alle gemeinsam in den Jardin Majorelle (Villa von Yves Saint-Laurent mit Garten), doch Doris hat heute Kreislaufbeschwerden. Und so bleiben wir beide im Hotel. Zum Mittag, Doris geht es wieder besser, treffen wir uns alle im Cafe Glacier auf einen Tee. Dann tauchen wir noch einmal in die Suqs ab! Es werden auch einige Sachen gekauft, aber das Feilschen liegt uns nicht und mitunter ist man nach einem Kauf richtig gestresst! Zum Ende hätte ich von einem Afrikaner noch eine Armbanduhr mit Datumsanzeige für 4(!)€ kaufen können, ursprünglich wollte er 15€. Habe aber trotzdem verzichtet. Bei einem kleinen Snack beobachten wir von der Dachterrasse, wie der Gauklerplatz langsam mit Gestühl und Garküchen bebaut wird und sich mit Publikum füllt, das allabendliche Geschäft kann beginnen!

Auf dem Weg zum Taxi sehen wir Pferdekutschen und da eine für uns 6 reicht, nehmen wir da Platz. Es geht flott und unfallfrei zum Hotel.

Marakesch ist schon ein richtiger Moloch, Romantik gibt es nicht mehr, alles dreht sich um die zu melkenden Touristen, nur Geschäft und Abzocke. Es mal zu sehen ist sicher interessant und wenn man dann noch in einem Boutique-Hotel in der Medina absteigt, kommt man vielleicht auf seine Kosten. Bei aller „Belästigung“ durch Händler und Verkäufer kam aber nie ein unsicheres Gefühl auf.

29.10. Heute haben wir einen Ausflug ins Ourika-Tal gemacht. Erstmalig hatten wir keine Sonne, aber es war warm. Auf breiten, schnurgeraden Straßen verlässt man Marakech. Den hohen Atlas vor sich, teilweise auf den Gipfel schon etwas Schnee! Rechts und links der Ausfallstraße stehen unzählige Hotels, alle in der üblichen rot-braunen Farbe gestrichen. Weitere sind im Bau. Ob man sich da nicht übernimmt??

Nach 52 km erreichten wir Setti-Fatima, da endet die Straße entlang der Ourika, die zu dieser Zeit nur ein sehr bescheidenes Flüsschen ist. Im März soll im Ort manchmal Schnee liegen! Dass das nicht immer so war, davon künden noch heute die Notbrücken, die nach dem verheerenden Unwetter von 1995 mit 1000 Toten, errichtet wurden. Am Anfang des Tales beginnen die Straßenläden, die hauptsächlich Tongefäße und Touristenkram anbieten. Auf der linken Seite (Auffahrt) befinden sich dutzende Cafes und Gaststätten mit Stühlen, Tischen und gewaltigen Sofas direkt am Flussufer. Lauschig! Steigt man für einen Fotostopp (Japanstopp! = Said) aus, sind sofort fliegende Händler da und bedrängen einen mit Schmuckketten! Echt nervig. Im Ausflug enthalten war die Besichtigung eines Berberhauses. Schon recht bescheiden, wie es da so zugeht!

Das Tal liegt höher als Marakech und ist im Sommer wegen der dortigen Kühle sehr beliebt. Von Setti-Fatima steigt man zu den Wasserfällen auf. Dazu muss man aber einen Führer mieten. Darüber waren wir zuerst etwas sauer, doch bei dem Weg war er fast unentbehrlich, es ging über glatt geschliffene Granitsteine. Da die Schuhsohlen ständig nass waren und feiner Staub auf den Steinen lag, waren sie auch noch schmierig. 1.5 Stunden dauerte die Exkursion, an der Uda+Bernd nicht teilnahmen. Ein kleines Alabasterkamel habe ich als Andenken mitgebracht, mehr war nicht drin!!

45 km weiter befindet sich Marokkos einziges alpines Skigebiet in 3265 m.

Am späten Nachmittag Spaziergang und Besichtigung des neuen Bahnhofs und der Oper, die gerade renoviert wird.

Grüße von den Marokkanern!

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